Von kostenlosen Zeitschriften darf man ja nicht zu viel erwarten. Manchmal sind sie aber schon eine Fundgrube für lustige Ausdrücke und können zum Ausgangspunkt für glattweg philosophische Überlegungen werden.
In einem Artikel des Niendorfer Wochenblatts wird eine “Aktion für mehr Gesundheit” beworben. Mehr Gesundheit, was ist das? Ich dachte immer, das sei eine Frage von entweder oder – man ist gesund oder nicht. Nun ja, das ist zu schlicht gedacht, ich weiß, denn was ist mit Allergikern? Ist ein Asthmatiker, der immer Medikamente nehmen muss, immer krank, oder ist er nur krank, wenn er zusätzlich noch eine Erkältung hat? Könnte man bei ihm davon reden, dass er manchmal weniger gesund ist als sonst? Könnte man demnach schlussfolgern, dass man etwas für ‘mehr Gesundheit’ tun kann? Aber wie soll das aussehen – darauf hinarbeiten, das Risiko, sich eine zusätzliche Erkältung usw. einzufangen, zu minimieren? Alles klar, wenn man nur genug herumredet und -denkt, bekommt man alles erklärt. Danke…

Aber dieser erste Satz: “Vorsorge, Gesundheit und Sport sind heutzutage in aller Munde.” Ich würde sagen, da hat jemand den Mund zu voll genommen…





3 Kommentare
Doch, es gibt einen Kontext, in dem der Ausdruck “mehr Gesundheit” sinnvoll ist. Ich glaube um den gehts hier auch. Das ist der massen- oder bevölkerungsverwaltende Blick. Wenn 20 statt 15 von 30 Menschen gesund sind, dann gibts in dieser Population quantitativ mehr “mehr Gesundheit” also mehr gesunde Individuen.
Na ja, das überzeugt mich nicht. Im Artikel geht es um den Aktionstag in einer Apotheke. Apotheken haben den einzelnen Kunden im Blick, nicht die ‘Volksgesundheit’.
Statistiksprech ist nicht mein Hobby… Falls da wirklich von mehr oder weniger Gesundheit in der Bevölkerung die Rede sein sollte, heißt das nicht, dass das auch gut und richtig ist. “Mehr gesunde Individuen” – ja, aber “mehr Gesundheit” – nein. Es wabert doch keine Gesundheitswolke über allem, von der man ein Stück abschneiden kann…
Verquast ist es trotzdem, da hast du recht.