Komplete Näge

Gestern stand ich vor einem Schaufenster und kam ins Grübeln:  „Komplete Nägel“ war da zu lesen. Wie war es dazu gekom­men, wie konn­te das sein?

Erster Gedanke: Vielleicht hat­te jemand die zwei feh­len­den Buchstaben weg­ge­kratzt. Das gibt es ja, das ist nichts Ungewöhnliches. Allerdings waren hier kei­ne Leerstellen, kei­ne grö­ße­ren Abstände, da fehl­te nichts.

Zweiter Gedanke: Da muss­te jemand spa­ren. Sicher kos­ten die Buchstaben ein­zeln etwas, und da reich­te das Geld eben nicht für alle. Man muss­te sich also für Buchstaben ent­schei­den, deren Fehlen das Verständnis nicht voll­stän­dig unter­gra­ben wür­de.

Dritter Gedanke: Da hät­te jemand einen Duden gebraucht. Das wäre bei „kom­ple­te“ vor­stell­bar (ver­such­tes Englisch?), aber bei „Näge“?

Vierter Gedanke: Flüchtigkeitsfehler. Man war schön am Werken und merk­te erst am Schluss, dass da was fehlt. Aber da ließ man es lie­ber, man weiß ja, wie schwer so was von Glas abzu­krat­zen ist.

Fünfter Gedanke: Es soll Aufmerksamkeit erre­gen. Hat bei mir ja schon mal funk­tio­niert. Aber rein­ge­hen wer­de ich trotz­dem nicht. Ich bin nicht so ver­rückt auf bun­te, lan­ge Finger- und Fußnägel.

Sechster Gedanke: Es han­delt sich um eine Sprache, die ich nicht ken­ne. Aber für die ande­ren Worte auf der Scheibe gilt das nicht …

Das Bild fin­de ich ja auch schön. Diese Nägel, äh, Näge, also nein! Mit sol­chen Fußnägeln kann frau doch nur Sandalen anzie­hen?

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