„Heartbreak Hotel“ von Micol Arianna Beltramini und Agnese Innocente

Vier Sechzehnjährige lan­den nach Heartbreak-Erlebnissen im Heartbreak Hotel. Die Zimmer dort sind genau so, wie Maya, Martin, Fiona und Finn sich das vor­stel­len, ihre Wünsche wer­den nicht von mensch­li­chen Hotelmitarbeitenden erfüllt, son­dern von einer Plastikkatze namens Neko (was das japa­ni­sche Wort für Katze ist). Wie das an einem „Nicht-Ort“ (Neko-Zitat) so ist, ver­geht die Zeit und gleich­zei­tig nicht, pas­send dazu sind die Hotel-Seiten mono­chrom gehal­ten, nicht in Schwarz-Weiß, son­dern jeweils in einem pas­tel­li­gen Purple‑, Blau‑, Violett‑, Lila-Ton. Die Seiten, auf denen die Leserin, der Leser erfährt, was den vier Jugendlichen pas­siert ist, die also im „ech­ten“ Leben spie­len, sind bunt, wenn auch zurück­hal­tend und gleich­falls pastellig.

Die Seiten sind enorm abwechs­lungs­reich gestal­tet, was die Anzahl, Form und Größe der Panels angeht. Die meis­ten Panels haben einen Rand, die ohne Rand rei­chen von klein bis sei­ten­fül­lend. Der Stil scheint inspi­riert von Mangas und klas­si­schen Buchillustrationen, das Ergebnis ist etwas Eigenes mit lebens­na­her wir­ken­den Menschen und sehr süßen Tieren. Neben Neko wären da noch ein Kaninchen und eine Raupe, was an „Alice im Wunderland“ den­ken lässt, zudem das Kaninchen es in „Heartbreak Hotel“ eben­falls eilig hat. Spielkarten kom­men auch vor.

Der Text in Sprech- und Gedankenblasen lässt sich gut lesen und dürf­te für die Zielgruppe, Jugendliche ab vier­zehn Jahren, pas­sen. Mal gibts viel zu sagen, mal weni­ger, hin und wie­der ist die Zuordnung zur spre­chen­den oder den­ken­den Person nicht sofort klar, was okay ist, da es den Lesefluss etwas bremst und die Aufmerksamkeit frisch einfängt.

Der Moment kommt, an dem Maya, Martin, Fiona und Finn ihre Zimmer ver­las­sen müs­sen. Sie begeg­nen sich, erfah­ren ihre Geschichten und haben etwas zu erle­di­gen, damit sie aus dem Hotel und zurück in ihre Leben gelan­gen. Die vier haben unter­schied­li­che Arten von Heartbreak durch­ge­macht: das Mädchen, in das Maya ver­liebt war, ist bei einem Unfall gestor­ben. Die bes­te Freundin und der Freund von Fiona haben sie betro­gen. Martin ist von sei­nem Instagram-Crush bloß­ge­stellt wor­den. Wie kann es danach wei­ter­ge­hen? „Heartbreak Hotel“ bie­tet kei­ne Wunder an. Der Schmerz ist da, die Erfahrung bleibt. Aber es geht wei­ter und es besteht Hoffnung. Das ist berüh­rend und auf eine ein­fach schö­ne Art und Weise gezeich­net und erzählt.

Heartbreak Hotel
Text: Micol Arianna Beltramini
Illustrationen: Agnese Innocente
Aus dem Italienischen von Myriam Alfano
Lektorat: Cassandra Meyer
224 Seiten
ab 14 Jahren
2026 ueberreuter
ISBN: 978–3‑7641–7156‑8
18 Euro