Nicht schön genug

Es ist wie­der Zeit für ein paar Fundstücke, los geht es mit dem Titelbild der Januarausgabe von Alverde – bzw. einem Ausschnitt davon:

„Was rei­fe Frauen schö­ner macht“ – lasst Euch das mal auf der Zunge zer­ge­hen. Da steht doch, dass „rei­fe Frauen“ was brau­chen, um ein biss­chen schön(er) aus­zu­se­hen. Dieses „reif“ ist ja sowie­so dane­ben. Ab wann ist eine Frau reif? Muss sie dazu ein bestimm­tes Gewicht, Größe, Haarfarbe errei­chen? Gibt es „rei­fe Männer“? Würde man auch schrei­ben: „Was rei­fe Männer schö­ner macht“? Oder: „Was jun­ge Frauen schö­ner macht“?

Vorschläge: Was rei­fe Frauen noch schö­ner macht. Schönheitstipps für Frauen jen­seits der 40. Schöne Frau mit Grau. Schön im bes­ten Alter. Oder so…

Schnipsel zwei ist ein fei­nes Beispiel für Einfühlungsvermögen:

Das Vogelfutter für die Spatzen, die im Winter hung­rig ans Fenster klop­fen, hat einen Verpackungsstempel, der vie­rer­lei ver­kün­det: kei­ne Ambrosiasamen, ech­te Sonnenblumenkerne, schmack­haft und wert­voll. Das schmack­haft ist schon lus­tig, oder? Hatten sie da Testvögel, die geschmatzt haben? Oder wur­de auf Tierversuche ver­zich­tet und Menschen haben mal gekos­tet? Da hab ich jetzt glatt eine Szene aus einem Spanienurlaub vor Augen, wie da die alten Männer am Straßenrand saßen und die Kernhülsen ausspuckten …

Ein gan­zes Haus vol­ler Nichtraucher. Und wer doch im Zimmer qualmt, muss eine „Reinigungsgebühr“ von 50 Euro bezah­len. Kommt da jemand von der Rezeption beim Auschecken vor­bei und schnup­pert? Oder wird man nach­träg­lich ver­klagt? Und wie wird mit die­sen 50 Euro gerei­nigt? Ein klei­ner Satz, so vie­le Fragen.

Und damit wün­sche ich noch einen schö­nen Tag.

Aus der Teetasse geplaudert

Ich trin­ke gern Tee. Grünen, schwar­zen, wei­ßen, auch mal Kräuter. Teezubereitung läuft bei mir so ab: Tasse aus dem Schrank, Wasser auf­set­zen, Wasser kocht, Wasser in die Tasse, zie­hen las­sen, Beutel raus (Mist, schon wie­der ver­ges­sen …), trin­ken. Das funk­tio­niert ja auch bei den meis­ten Tees, aber der grü­ne Tee ist eine Mimose. Er will kein kochen­des Wasser, son­dern 75°. Das bedeu­tet: war­ten. Bis zu zehn Minuten, wie Mittwitterin @NieWiederClaire aus dem Teekästchen plau­dert. Wenn Euer grü­ner Tee bis­her bit­ter und nach Gras geschmeckt hat, wisst Ihr jetzt, war­um: Es war ihm zu heiß!

Was haben wir gelernt, was pre­di­gen uns die Packungsaufschriften aller grü­nen Tees? Ersten Aufguss: weg­schüt­ten. @NieWiederClaire bezeich­net das als „Quatsch-Legende“, was ich schon mal gut fin­de, da ich eigent­lich immer zu faul war, das auch zu tun… Woher kommt aber die­se Legende, was soll das? Falls hier Teeexperten mit­le­sen, erklärt das doch bit­te mal… (Mein Wort des Tages: Teeexperten. Teeei. Teeeinkauf. Teeernte …)

Rutschteller

Was gibts heu­te auf den Teller? Großen Hintern, klei­nen Hintern, dicken Hintern, dün­nen Hintern?

Rutschteller. Auch: Porutscher, Popsrutscher, Snow Glider … Fällt Euch noch was ein? In den Nachschlagwerken (Duden, leo.org usw.) wird die­ses Plastikdings stief­müt­ter­lich behan­delt, kein Eintrag. Gefunden habe ich ihn aber im Wortschatz-Portal der Uni Leipzig. Chapeau!