DUWA, WADU oder doch DUDEN?

Heute geht es in einem Artikel der SZ mal wie­der um den neu­en Duden bzw. die neu erschie­ne­ne 25. Auflage. Duden und Wahrig (eben­falls neue Auflage, die 7.) wer­den ver­gli­chen – wer macht was bes­ser, wo sind Fehler, was fehlt…

Am inter­es­san­tes­ten fand ich den letz­ten Abschnitt des Artikels:

„Dass zwei kon­kur­rie­ren­de Wörterbücher vom sel­ben Unternehmen her­aus­ge­ge­ben wer­den, wird kein Dauerzustand sein. Ob Duden und Wahrig in Zukunft mit­ein­an­der ver­schmol­zen wer­den und inwie­weit das nach dem Prinzip von Wikipedia arbei­ten­de Produkt von Pons eine Bedrohung für bei­de dar­stel­len kann, muss offen­blei­ben. Ein mög­li­ches gemein­sa­mes Wörterbuch wür­de dann in ein paar Jahren wohl auch Korrekturen bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung sowie der Groß- und Kleinschreibung beinhal­ten. Konkrete Vorschläge hier­zu lie­gen beim Rat bereits auf dem Tisch.“

Falls aus zwei Wörterbüchern eins wird, wie wird das dann hei­ßen? DUWA? WADU? Oder doch DUDEN?

*Ein wei­te­rer Beitrag zum Thema: Link.

Fünf Fragen an eine Germanistin mit Doktortitel

1. Braucht man für Deinen Beruf ein Germanistikstudium?
Ja, auf jeden Fall. Eigentlich hat sich auch erst nach dem Studium genau her­aus­kris­tal­li­siert, was ich damit machen kann. Es war ein rei­nes Interessenstudium, selbst wenn ich ursprüng­lich beab­sich­tigt habe, Verlagslektorin zu wer­den. Da sind die Stellen aller­dings noch rarer gesät …

2. Hat Dir der Doktortitel bis­her etwas gebracht?
Ohne Doktortitel könn­te ich im Editionsbereich nicht arbei­ten; eben­so wenig könn­te ich Projekte selbst bean­tra­gen. Daher hat er mir auf jeden Fall etwas gebracht und ich wür­de die Promotion auch allen emp­feh­len, die beab­sich­ti­gen, in Archiv/Museum/Editionsbereich – also in Berufsfeldern prak­ti­scher Germanistik – tätig zu sein.

3. Was hältst du von Germanistik als Bachelor-/Masterstudiengang?
Gar nichts. Studium ist ursprüng­lich etwas ande­res als Schule. Nicht Wissensansammlung ist das wich­tigs­te, son­dern eige­ne Stärken und Schwächen zu erken­nen, Interessen zu ent­de­cken, sich zu posi­tio­nie­ren, Eigeninitiative ergrei­fen, sich selbst zu orga­ni­sie­ren – alles das also zu ler­nen, was man letzt­lich unter Selbstverantwortung ver­steht. Und beson­ders im geis­tes- und kul­tur­wis­sen­schaft­li­chen Bereich sind die­se fes­ten Stundenpläne mei­nes Erachtens schäd­lich. Die Studenten jagen Scheinen hin­ter­her, sie bele­gen kei­ne Zusatzveranstaltung, sie wäh­len Veranstaltungen nach Zeiten aus, nicht nach Interessen. Das ist nicht der Sinn eines geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen Studiums.

4. Kannst Du Bücher noch ein­fach genießen?
Ja, auf jeden Fall. Ich lese auch ger­ne Krimis und Kinderbücher … Allerdings las­se ich Bücher mit schlechtem/langatmigen Stil sehr schnell lie­gen, was ich frü­her nie getan hätte.

5. Welche Autorin bzw. wel­cher Autor soll­te viel mehr gele­sen werden?
Du meinst, im Germanistikstudium an der Universität?
Da wür­den mir eini­ge ein­fal­len. Besonders Kinderbuchautoren, aber auch: Leo Perutz, Günter Kunert, Robert Walser

Falls Du nicht das Studium meinst: Perutz, Kunert und Walser wür­de ich wie­der nen­nen, ein­fach als Empfehlung, aber ich habe, ehr­lich gesagt, nicht den Überblick, was die Menschen lesen. Für Gedichte soll­te man sich mal wie­der mehr Zeit neh­men, den­ke ich …

*Spurensuche: Leipzig, Zürich, Jena, Münster, Paderborn, Düsseldorf

Das überförderte Kind

Auf Papier liest sich das bes­ser, aber der Artikel aus dem ZEIT-Magazin ist auch online: „Ich will doch nur spie­len“. Worum es geht? Wie Kinder heu­te geför­dert wer­den und dass sie damit oft über­for­dert sind. Ulrike Keglers „Liste der sinn­vol­len Alltagsdinge“ schreib ich mal hier ab:

„Etwas vor­le­sen.
Zusammen kochen.
Auf einen Berg klettern.
Ball spielen.
Gemeinsam aufräumen.
Fahrrad statt Auto benutzen.
Gar nichts machen.“

Hey, das klingt gut für mich! Ich bin dabei …