Unsichtbar

In mei­nem Wohnzimmer duf­te­te es nach Parfum. Süßlich. Penetrant. Anhaltend.

Wie das so ist: Ich nahm es zur Kenntnis. Fragte mich, was es sein könn­te. Grübelte kurz. Vergaß es. Das wie­der­hol­te sich, ging eini­ge Tage so.

Bis ich schließ­lich mei­ne Nase auf Pirsch schick­te. Sie führ­te mich zum Fenster. Dort ste­hen Pflanzen. Es war wie beim Blinde-Kuh-Spielen. Zwar sag­te nie­mand „Heiß!“ oder „Kalt!“, aber mei­ne Nase schlug an. Bloß war nichts zu sehen, was einen sol­chen Duft ver­ur­sa­chen könn­te.

Bis ich eine der Pflanzen umdreh­te.

7 Gedanken zu „Unsichtbar

  1. Ich glaub, ich muss mir eine epi­sche­re Schreibe ange­wöh­nen, hier war ich wohl zu knapp?

    Die Pflanze stand etwas ver­deckt, und die Blüte sah man über­haupt nicht, sie war auf der Fenster-/ Wandseite – die Pflanze blüh­te also still und heim­lich vor sich hin und stank. Wenn sie nicht gestun­ken hät­te, hät­te ich die Blüte nie gese­hen oder erst, wenn sie ver­trock­net am Boden gele­gen hät­te.

    Isses jetzt ver­ständ­lich?

  2. Dieser wars auch – umwer­fend bis betö­rend. ;-) Mich hats aller­dings nur gestört …

    Bei Gardenien hab ich auch immer ein Lied (Buena Vista Social Club, Dos Gardenias) im Ohr, und nicht die Blume vor Augen …

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