Kinderfreundlich

marmelade

Das Thema Etikettenaufschriften hat­te ich ja schon. Aber auf die­sen Text muss ich jetzt mal ein­ge­hen, wirk­lich. Er befin­det sich auf einem Marmeladenglas. Die Marmeladenfirma hat für jede Sorte einen ande­ren kur­zen Text in pet­to, das ist manch­mal durch­aus inter­es­sant. Aber bei der Sauerkirsche sind dem Texter wohl die Ideen ausgegangen …

Wieso sol­len Kirschen beson­ders kin­der­freund­lich* sein? Zumal Sauerkirschen? Als Kind habe ich eher die süße Variante bevor­zugt, und damit dürf­te ich nicht allein sein. Bei Kleinkindern muss man noch dazu auf­pas­sen, dass sie die Kerne nicht ver­schlu­cken, wenn die in Massen im Bauch lan­den, hat das bestimmt komi­sche Nebeneffekte. Ich wür­de auch gern wis­sen, wie der Texter auf die Römerkinder gekom­men ist, und war­um er sich das ‚alte‘ bei den Römern gespart hat. Römer und Römerkinder gibt es ja heu­te noch, aber ob die Sauerkirschen mögen, kei­ne Ahnung …

*Eine kin­der­freund­li­che Kirsche? (Hoffentlich habe ich das ’s‘ nir­gend­wo ver­ges­sen.) Nachgeschaut – kinderfreundlich/Kinderfreundlichkeit: Bitte kli­cken.

„Twilight“ für Kleinkinder

Die Geschichte von Bella und Edward ist zwar äußerst erfolg­reich, aber neu ist sie natür­lich nicht. Wir haben zur Zeit eine Version für Kleinkinder her­um­lie­gen: Im Buch „Schöne Geschichten für jeden Tag“ erzählt Lore Hummel „Vom Fuchs, der die Gans nicht gestoh­len hat“.

Eine Gans namens Ludmilla flüch­tet von ihrem Bauernhof, weil die Bäuerin sie bra­ten will. Wo lan­det die dum­me Gans? Bei einem Fuchs! Zum Glück hat der Fuchs namens Zinno just am Vortag beschlos­sen, kei­ne Gänse und Enten mehr zu ver­spei­sen, und sich nur noch an Hasen und Mäusen güt­lich zu tun. Die Gans ist rein­lich ver­an­lagt und hält dem Fuchs die Höhle sau­ber, außer­dem will sie ihn war­nen, wenn der Jäger kommt – dafür soll der Fuchs sie in Ruhe lassen.

Die Versuchung ist am Anfang groß für den Fuchs, er sieht in der Gans den fet­ten Braten, kann sich aber immer noch gera­de so beherr­schen. Sie gewöh­nen sich der­ma­ßen anein­an­der, dass sie immer zusam­men sind, Ludmilla beglei­tet den Fuchs sogar, wenn er Mäuse und Hasen jagt. Sie ret­tet ihn, als ein Bär ihn angreift und spricht für ihn, als der Jäger ihn töten will. Und das Ende von der Geschicht? „So leb­ten Ludmilla, die Gans, und Zinno, der Fuchs, noch vie­le, vie­le Jahre ein­träch­tig zusam­men.“ Die Gans bleibt bei ihren Körnern und wird auch sonst nicht zur Füchsin, aber sonst stimmt alles, nicht wahr? ;)