Tyrannogurkus rex

„Jurassic Park“ kam 1993 in die Kinos, 18 Jahre ist das jetzt schon her, ist das zu glau­ben? Nach dem Film gin­gen die Verkäufe von Büchern über Dinosaurier nicht etwa in schwin­del­erre­gen­de Höhen, son­dern in den Keller, sagt mein Buchhändler. Eltern hät­ten ihre Kinder mit ins Kino genom­men, weil sie dach­ten, dort wür­den schön rea­lis­tisch Saurier gezeigt. Dem war ja auch so, aber als Kinderfilm wür­de ich „Jurassic Park“ denn doch nicht bezeich­nen (ab 12 Jahren ist er wohl).

Ich weiß noch, wie ich im Kino saß, es war das alte Kino mit einem ein­zi­gen gro­ßen Saal, mit Lichtern an der schwar­zen Decke und dem Gong, wenn es dun­kel wur­de. Der Saal war ziem­lich voll, ich saß sehr weit hin­ten. „Jurassic Park“ also. Dann die­se Szene, in der die fie­sen klei­nen, töd­li­chen Saurier auf Menschenjagd gehen und so plötz­lich aus irgend­wel­chen Ecken geschos­sen kom­men, dass es eigent­lich ver­bo­ten gehört. Ich hat­te mei­ne Füße am Vordersitz und im größ­ten Schreck ver­selbst­stän­dig­ten sich mei­ne Beine und ver­setz­ten dem Vordersitz einen Stoß. Wie der oder die Sitzende dar­auf reagiert hat, weiß ich nicht mehr.

In den letz­ten Jahren haben sich die Dinosaurier ver­kaufs­tech­nisch wie­der erholt, die lie­ben Kleinen wün­schen sie sich in Büchern und es gibt auch eine Dinosaurier-Reihe bei z.B. Spiegelburg. Direkt nied­lich sehen die aller­dings nicht aus. Und dann hät­te ich noch eine Methode, wie man a) Kindern, die sich vor Sauriern gru­seln, die Angst neh­men oder b) Kinder enorm ner­ven kann. Man braucht bloß ein Buch mit mög­lichst vie­len ver­schie­de­nen Sauriern, und dann ver­hun­ze man die Namen, indem man „Saurus“ durch „Gurkus“ ersetzt. „Bohne“ geht auch. Das ist eine ech­te Konzentrationsübung für den Vorleser, gera­de, wenn Ein- und Mehrzahl sich abwech­seln. Bringt aber garan­tiert Abwechslung, falls ein Buch bis zum Abwinken immer wie­der vor­ge­le­sen wer­den muss.

Konsumfurunkel mit Kamilleduft

Lange haben Frauen als Binde ein­fach Stoffe ver­wen­det, die sie irgend­wie in der Hose befes­tig­ten. Erst ab den 1970er Jahren wur­den selbst­kle­ben­de Binden ver­kauft. Seit wann die Binden nicht mehr aus Baumwolle, Hanf und ande­ren natür­li­chen Stoffen bestan­den, son­dern aus Kunststoffen, habe ich nicht gefun­den, Wegwerfbinden kamen jeden­falls um 1900 her­um auf.

Tampons gibt es cir­ca seit den 1930er Jahren. Zuerst waren sie aus Baumwolle, jetzt sind sie haupt­säch­lich aus Viskose, mit einer Kunststoffschicht drum­her­um. Die klei­ne Schwester der Wegwerfbinde ist die Slipeinlage. Während Binden, Tampons und Co ihren Zweck haben – das Regelblut auf­zu­neh­men –, ist die Slipeinlage ein Konsumfurunkel: Man braucht sie nicht, bekommt sie aber nicht mehr los, wenn man sie ein­mal an der Backe hat.

Alles soll immer sau­be­rer und hygie­ni­scher wer­den, wir selbst und unse­re Umgebung. Wie gut, dass es tau­sen­de Produkte gibt, die uns dabei unter­stüt­zen (schon mal von Achselpads gehört?). Seit eini­ger Zeit soll­te frau auch das Kleingedruckte auf den Verpackungen von Slipeinlage und Co lesen, sonst wun­dert sie sich noch über Parfumschwaden (Kamille z.B.) aus der Unterhose. Geht mal in eine Drogerie, die Duftseuche greift um sich. Fehlt nur noch, dass Tampons auch par­fü­miert wer­den, für ein bes­se­res Raumklima im Unterleib.

Das Zeug duf­tet viel­leicht wie frisch gewa­sche­ne, weich­ge­spül­te (das heißt: par­fü­mier­te) Wäsche, aber ganz ast­rein ist es nicht, denn es ist gebleicht und mit opti­schen Aufhellern behan­delt. Mehr dazu hier: „Binden und Tampons: alle Tage wie­der jede Menge Müll?

Münchhausen am Himmel

Er geis­tert nicht nur durch Stuben, in denen gele­sen wird, son­dern er rei­tet am Himmel auf sei­ner Kanonenkugel. Ich hab ihn gese­hen: Münchhausen.

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