Aus-Einander! Binde-Strich!

Neulich lief bei uns DIE Klassiker-Schallplatte für Klein und Groß: „Inge Meysel prä­sen­tiert: Unsere Fernseh-Lieblinge“. (Kennt die jemand? Es steht nicht drauf, von wann sie ist, wir haben sie erst seit ein paar Tagen, gebraucht gekauft …) Da sind Lieder wie „Der Hotzenplotz geht um“, „Wickie“, „Hei, Pippi Langstrumpf“, „Barbapapa“ und „Barbarella“ drauf. Kenn ich alles! Plumpaquatsch aber nicht. Wikipedia:

Plumpaquatsch war ein Unterhaltungsmagazin für Kinder mit der grü­nen Wassermann-Handpuppe Plumpaquatsch und der mensch­li­chen Co-Moderatorin Susanne. Von 1973 bis 1978 wur­den von ARD und NDR 75 Folgen Plumpaquatsch produziert.“

„Menschliche Co-Moderatorin Susanne“, das ist doch mal wie­der ein Schmankerl! „Plumpaquatsch pro­du­ziert“ ist auch nicht schlecht …

Aber was ich eigent­lich sagen woll­te: Steht da doch auf die­ser nach­ge­wie­sen alten Schallplatte bzw. auf der Hülle: Fernseh-Lieblinge. Nicht etwa: Fernsehlieblinge. Und ich dach­te, die­se Bindestrichelei sei eine Erfindung der Neuzeit …

Schöne Platte übri­gens: „Komm und besuch mal Barbapapa …“ (Kriegt man schlecht wie­der aus dem Kopf.) „Komm und besuch mal Barbapapa …“

Überraschung handbemalt

Wie vie­le Überraschungseier wer­den wohl im Jahr pro­du­ziert und ver­kauft? Es dürf­te sich um eine gro­ße Zahl han­deln. Obwohl natür­lich die USA als Markt weg­fal­len, da der Verkauf von Überraschungseiern dort nicht erlaubt ist. (Warum? Kann man hier nachlesen.)

Ich fin­de es ja net­ter, wenn Figuren in den Eiern sind. Also nicht die­se selt­sa­men Konstrukte, die man zusam­men­baut, um sie gleich wie­der weg­zu­wer­fen. Im Moment gibt es „in jedem sieb­ten Ei“ eine Wickie-Figur. Okay, ich hab eine. Und wie immer stand auf dem Zettelchen dazu: hand­be­malt. Echt? Ich mei­ne: wirk­lich? Was bedeu­tet denn hier hand­be­malt, weiß das jemand? (Doch nicht, dass die­se Figuren Stück für Stück für Stück für Stück für Stück … von Hand bemalt werden?)

Fünf Fragen an einen Deutschen in Mailand

1. Was für eine Stadt ist Mailand?
Groß und mit inter­na­tio­na­len Bewohnern und noch mehr Touristen. Man merkt Mailand sei­ne indus­tri­el­le Vergangenheit mehr an als alle Jahrhunderte davor. Ausnahmen sind der beein­dru­cken­de Dom, das Castello Sforzesco und die Handvoll klei­ner Basiliken. Es gibt durch­aus schö­ne Ecken und für Modeliebhaber ist Mailand nach wie vor ein Ziel von Weltrang – was mich recht wenig inter­es­sier­te. Meine Eindrücke waren: außer Kaffeeprodukten und dem öffent­li­chen Nahverkehr ist eigent­lich alles teu­er. Neben unauf­fäl­li­gen, oft­mals nicht reno­vier­ten Palazzi ste­hen häss­li­che Wohnblöcke aus den 70er und 80er Jahren. In eini­gen Vierteln wohnt man in alten Palästen mit auf­wän­dig begrün­ten Innenhöfen, um die Ecke die Niederlassungen von Gucci, D&G, Armani & Co. Trotzdem, um eine Kollegin zu zitie­ren: „Everywhere fuck­ing con­cre­te“ (Überall der beschis­se­ne Beton). Und tat­säch­lich: es gibt kei­ne groß­zü­gi­gen Alleen wie bspw. in Turin, kei­ne Vorgärten, nir­gend­wo Bäume. Um Grün zu sehen, muss man schon zu einem der öffent­li­chen Parks lat­schen. Mailand nimmt gefühls­mä­ßig eine gro­ße Fläche ein und man muss auch lan­ge mit Bus, Tram und Metro fah­ren, um von einem zum ande­ren Ende der Stadt zu kom­men. Allerdings wirk­te Mailand nie wirk­lich groß auf mich. Überall die­se fünf­sto­cki­gen Patrizierblöcke, kei­ne weit­läu­fi­gen Plätze, kei­ne moder­nen Bürohäuser.

2. Wie lebt es sich in Mailand?
Ganz gut, glau­be ich. Ich habe in einem der Vororte gelebt, da sind Staus auf dem Weg zur Arbeit und zurück vor­pro­gram­miert. Das Nachtleben ist ent­spre­chend der Größe Mailands viel­fäl­tig, aber immer: teu­er. Es gibt vie­le Bars, Cafés und Restaurants, in denen man sich mit Freunden und Arbeitskollegen nach der Arbeit zu einem „ape­re­tivo“ (d. h. einer hap­py hour mit Buffet) trifft. Mir gefällt die Stadt nicht, es gibt kaum gemüt­li­che Ecken.

3. Was bekommst du von der Modestadt mit?
In der Innenstadt (Corso Vittorio Emanuele, Via Montenapoleone und Umgebung, aber auch des Nachts bei den Navili) trifft man ver­mehrt auf schick geklei­de­te Menschen. Man möch­te mei­nen, für sie wäre jeder Tag ein Feiertag. Tatsächlich schei­nen die MailänderInnen grund­sätz­lich mehr Wert auf ihr Äußeres zu legen. Was hier in Deutschland als ziem­lich schick ange­se­hen wird, geht dort als täg­li­ches Berufsoutfit durch. Und die teu­ren Marken wer­den tat­säch­lich getra­gen – ins­be­son­de­re fiel mir eine Überschwemmung der Stadt mit der aktu­el­len Damenhandtasche von Louis Vuitton (~200 €) auf … In der Kneipenstraße bei der Porta Genova trifft man auch schon mal auf eine Gruppe ver­meint­li­cher Models.

4. Welche Sprachen hört man am meisten?
Italienisch! Aber auch, und zwar je nach­dem, wo man gera­de ist: Philippinisch (hät­te ich nicht erkannt, es gibt aber vie­le Philippinos), Chinesisch in Chinatown, auf dem Domplatz Japanisch, ara­bi­sche Sprachen im Norden der Stadt und in den Vorstädten. Deutsch, Französisch und ande­re euro­päi­sche Sprachen habe ich außer­halb der Arbeit nicht gehört.

5. Wie ist das Italienisch, das in Mailand gespro­chen wird?
Es gibt einen sehr eige­nen Mailänder Dialekt, der nur noch in den Dörfern der Provinz Mailand gespro­chen wird. Wie ich mich infor­miert habe, nennt sich dies Lombardisch und ist gar kein ita­lie­ni­scher Dialekt, son­dern eine eige­ne gespro­che­ne Sprache, die mit dem Französischen enger ver­wandt ist als mit dem Italienischen. Ich selbst habe Lombardisch aber außer von einer CD einer loka­len Band nie selbst gehört und mich ansons­ten nur mit Italienern unter­hal­ten, die das Standarditalienisch sprachen.