Immer da wo du bist bin ich nie

Am 18. September kommt die neue CD von Element of Crime her­aus, sie trägt den schö­nen Titel „Immer da wo du bist bin ich nie“. Das ist doch mal ein Titel für Kommajünger und Auseinandernehmerinnen. Auf die Kommas, die nicht da sind, gehe ich mal nicht ein, das ist ja egal, sol­len die das machen, wie sie wol­len, viel­leicht hät­ten die Kommas ins­ge­samt betrach­tet zu viel Extrakosten beim Druck ver­ur­sacht, viel­leicht ist das der Beitrag von EOC zum Umweltschutz, der ist ja bei allen Wirtschaftsunternehmen sehr groß die­ser Tage.

Was mich mehr inter­es­siert ist, wie das gehen soll, dass ein Mensch immer da ist, wo der ande­re nicht ist. Das geht natür­lich schon, aber wenn man hier krü­mel­ka­cke­risch wird, müss­te man sagen, dass unter die­sen Bedingungen die­se Menschen sich ja eigent­lich nicht ken­nen kön­nen bzw. sich zumin­dest noch nie in per­so­na getrof­fen haben. Das klingt fast nach den Königskindern, die ein­an­der nicht krie­gen, die Version des Internetzeitalters sozusagen.

Oder aber es ist die mit leicht nöli­ger Stimme vor­ge­tra­ge­ne Klage eines Mannes (aber ja doch!), des­sen Freundin gar zu aktiv ist, und der des­halb mit Verallgemeinerungen und Absolutheiten nicht gera­de zurück­hal­tend umgeht. Hm, das passt viel­leicht nicht so ganz, es wür­de bes­ser pas­sen, wenn der Titel lau­te­te „Immer da wo ich bin bist du nie“ … Aber bevor ich hier all­zu aus­schwei­fend wer­de, bre­che ich das mal ab und höre mir mor­gen das Lied ein­fach an.

Kinderfreundlich

marmelade

Das Thema Etikettenaufschriften hat­te ich ja schon. Aber auf die­sen Text muss ich jetzt mal ein­ge­hen, wirk­lich. Er befin­det sich auf einem Marmeladenglas. Die Marmeladenfirma hat für jede Sorte einen ande­ren kur­zen Text in pet­to, das ist manch­mal durch­aus inter­es­sant. Aber bei der Sauerkirsche sind dem Texter wohl die Ideen ausgegangen …

Wieso sol­len Kirschen beson­ders kin­der­freund­lich* sein? Zumal Sauerkirschen? Als Kind habe ich eher die süße Variante bevor­zugt, und damit dürf­te ich nicht allein sein. Bei Kleinkindern muss man noch dazu auf­pas­sen, dass sie die Kerne nicht ver­schlu­cken, wenn die in Massen im Bauch lan­den, hat das bestimmt komi­sche Nebeneffekte. Ich wür­de auch gern wis­sen, wie der Texter auf die Römerkinder gekom­men ist, und war­um er sich das ‚alte‘ bei den Römern gespart hat. Römer und Römerkinder gibt es ja heu­te noch, aber ob die Sauerkirschen mögen, kei­ne Ahnung …

*Eine kin­der­freund­li­che Kirsche? (Hoffentlich habe ich das ’s‘ nir­gend­wo ver­ges­sen.) Nachgeschaut – kinderfreundlich/Kinderfreundlichkeit: Bitte kli­cken.

„Twilight“ für Kleinkinder

Die Geschichte von Bella und Edward ist zwar äußerst erfolg­reich, aber neu ist sie natür­lich nicht. Wir haben zur Zeit eine Version für Kleinkinder her­um­lie­gen: Im Buch „Schöne Geschichten für jeden Tag“ erzählt Lore Hummel „Vom Fuchs, der die Gans nicht gestoh­len hat“.

Eine Gans namens Ludmilla flüch­tet von ihrem Bauernhof, weil die Bäuerin sie bra­ten will. Wo lan­det die dum­me Gans? Bei einem Fuchs! Zum Glück hat der Fuchs namens Zinno just am Vortag beschlos­sen, kei­ne Gänse und Enten mehr zu ver­spei­sen, und sich nur noch an Hasen und Mäusen güt­lich zu tun. Die Gans ist rein­lich ver­an­lagt und hält dem Fuchs die Höhle sau­ber, außer­dem will sie ihn war­nen, wenn der Jäger kommt – dafür soll der Fuchs sie in Ruhe lassen.

Die Versuchung ist am Anfang groß für den Fuchs, er sieht in der Gans den fet­ten Braten, kann sich aber immer noch gera­de so beherr­schen. Sie gewöh­nen sich der­ma­ßen anein­an­der, dass sie immer zusam­men sind, Ludmilla beglei­tet den Fuchs sogar, wenn er Mäuse und Hasen jagt. Sie ret­tet ihn, als ein Bär ihn angreift und spricht für ihn, als der Jäger ihn töten will. Und das Ende von der Geschicht? „So leb­ten Ludmilla, die Gans, und Zinno, der Fuchs, noch vie­le, vie­le Jahre ein­träch­tig zusam­men.“ Die Gans bleibt bei ihren Körnern und wird auch sonst nicht zur Füchsin, aber sonst stimmt alles, nicht wahr? ;)