Luft raus


Wer kennt sie nicht, die Kinderfänger in Passagen und Supermärkten? Sie ste­hen, mal besetzt, mal ver­las­sen, in der Gegend her­um und zie­hen die Kinder magisch an. 50 Cent, 1 Euro, und schon beginnt das Blinken und Ruckeln und Dudeln, und das Kind ist (kurz) zufrieden.

Die Namen die­ser Gefährte sind ja oft selt­sam. Airfthansa? Da kann man sich schon den Kopf drü­ber zer­bre­chen, wenn man aufs Kind wartet …

Zielgruppengerecht

Ich wür­de sagen, bei die­ser Eintrittspreisliste hat sich irgend­wann mal jemand rich­tig Gedanken gemacht. Es ist ja auch sehr schön, dass Passanten (es han­delt sich um ein Plakat, gut sicht­bar für jeden am Straßenrand ange­bracht, mit einem adäqua­ten Bild) direkt ange­spro­chen wer­den. Liebe Rentner, lie­be Ladys, lie­be Schüler (?!) – ihr seid alle will­kom­men! Würde mich inter­es­sie­ren, ob da tat­säch­lich FKK-Ladys, wie es so schön heißt, auf­tau­chen, war­um nicht von FKK-Gentlemen die Rede ist und wer sich hin­ter BW verbirgt …

Sonntags in die Bücherei?

In Hessen bera­ten Politiker über eine Öffnung der Bibliotheken auch an Sonntagen. Kein Müssen, son­dern ein Können, wenn sie wol­len. So ganz aus der Luft gegrif­fen, wie sich das anhört, ist es schein­bar nicht, da sich der Bibliotheksverband Hessen dafür aus­ge­spro­chen hat. Aber die Begründung?

„Ziel des Entwurfs ist auch, hohe kirch­li­che Feiertage bes­ser vor Verkaufsveranstaltungen wie ‚Mitternachtsshopping‘ an den Abenden zuvor zu schüt­zen.“ (Quelle: boersenblatt.net)

Kann mir jemand den Zusammenhang erklä­ren, so es einen geben soll­te? Wie schützt man den Sonntag, indem man die Bibliothek öffnet?

Ich wür­de sagen: Lasst die Bibliotheken am Sonntag zu. Wer will denn das? Sechs Tage die Woche kann man sich Bücher aus­lei­hen, am sieb­ten Tag soll man sie lesen. Die Bibliothekarinnen wer­den nör­geln. Die Leser nicht kom­men. Oder sehe ich das zu schwarz? Ich hab jüngst erfah­ren, dass es Bibliotheken gibt, die kei­ne Jahresgebühr ver­lan­gen, son­dern eine Gebühr pro aus­ge­lie­he­nem Buch. Ich fin­de, DAS gehört ver­bo­ten. Ich kann mir kaum eine bes­se­re Lesebremse vorstellen!