Die Sprache der Handwerker sei den Nichthandwerkern ein Buch mit sieben Siegeln oder doch zumindest ein Anlass, sich Gedanken zu machen. Gestern in der Stadt vernahm ich ein Hämmern und fand als Quelle des Lärms einen Dachdecker, der auf einem Dach hockte und seiner Arbeit nachging. Die Firma, für die er arbeitete, hatte am Gerüst ein Schild mit ihren Kontaktdaten angebracht, ganz oben stand: „Bedachungs GmbH“. Handwerksschublade auf, „bedachen“ hinein – und zu. „Bedachungs GmbH“ sieht nicht schön aus, oder?
Alles auf „ow“
Ruhig war es hier. Nun, ich habe Urlaub auf dem Dorf gemacht. Keine Zeitung gelesen, kein Radio gehört, aufs Internet verzichtet. Zwei Wochen lang! Die Frösche im Teich nebenan quakten rund um die Uhr, die Nächte waren stockduster, Essbares und Trinkbares gab es im Dorf wochentags nicht zu kaufen. Die Hofschweine mampften Löwenzahn und an einem Sonntag sehnte ich mich nach einem Eis (es gab keins).
Ihlow heißt das Urlaubsdorf, es befindet sich recht nah an der polnischen Grenze. Da hat ja fast alles ein „ow“ am Ende. Wenn ich meine Wanderkarte konsultiere, finde ich: Batzlow, Drehnow, Fehrow, Grunow, Hönow, Ihlow, Kuschkow, Lichtenow, Mahlow, Prädikow, Reichenow, Storkow, Tornow, Waldow. Vierzehn, immerhin! Ob man das Alphabet komplett bekommen könnte, weiß ich nicht, vielleicht findet ja jemand noch mehr „ows“ …
Gestolpert …
… bin ich letztens über zweierlei. Erstens in einem Zeitungsartikel zum Thema Motorradfahren über die „Beitragsfreiheit“. Mir ist sehr danach zumute, über dieses Wort zu meckern, aber da es mich dazu gebracht hat, mir mal wieder paar Gedanken zum Begriff „Freiheit“ zu machen, lass ich das bleiben. Zweitens las ich an der Anschlagtafel vor einer Kirche die Gemeindetermine, Vorkurrende, Familienkreis … Jetzt kommt’s: Frauendienst daundda, dannunddann, Männerwerk daundda, dannunddann. Frauendienst und Männerwerk. Hm …