Igelball

Igelbälle sind eine fei­ne Erfindung, ich möch­te sie nicht mis­sen. Gut für Schreibtischhocker (-arbei­ter) wie mich und für Leute mit dau­er­kal­ten Füßen. Man lege sich die Dinger unter den Schreibtisch, also auf den Boden, Socken aus und los gehts. Igelballrollmassieren kann man aber auch beim Zähneputzen oder nach dem Aufstehen, vor dem Zubettgehen, wann auch immer.

Nur lei­der habe ich Pech mit Igelbällen. Schaut euch die Fotos an: Auf dem ers­ten sind Igelbälle, die wirk­lich gut waren, schön hart. Mit der Zeit haben sich aller­dings die Stacheln ver­ab­schie­det, und irgend­wann war das kein rich­ti­ges Massieren mehr. Also Foto gemacht und ab in den Müll.

Den Igelball unten hab ich noch, der hat auch kei­ne Stacheln ver­lo­ren. Perfekt ist er jedoch nicht, denn er ist zu weich. Ja, geht auch so, aber rich­ti­ger Widerstand und har­te Borsten sind mir lie­ber. Das klei­ne läng­li­che Ding dane­ben ist für die Hände, kann man sich auf den Schreibtisch legen und so tun, als sei man nicht ner­vös, son­dern hal­te durch stän­di­ges Kneten die Finger warm und beweglich.

Der Ball ganz unten ist zum Aufpumpen, und so kommt es dann, dass er aus­sieht wie ein Igelfisch, der gegen ein Riff geknallt ist, auf einer Seite ist Luft raus. Ich müss­te mal wie­der auf­pum­pen. Aber wann denkt man schon an so was … Und es ändert auch nichts dar­an, dass die­ser Ball eben­falls viel zu weich ist. Wo sind nur die har­ten Igelbälle, sind die vom Aussterben bedroht?

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November

Der Sommer ist vor­bei, der Herbst auch bald. Ich hab von ers­ten Weihnachtsmarktbesuchen gehört, für man­che Leute beginnt schon jetzt Weihnachten. Dabei ist der November der graue Monat, der Monat des Erinnerns, der Trauer, der Monat, in dem man viel­leicht mal nicht die Gedanken mit käuf­li­chen und nicht-käuf­li­chen Sachen und Spielchen betäu­ben muss. Kann man natürlich.

Die grau­en Feiertage sind: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag. Ich ken­ne es so, dass erst nach dem Totensonntag weih­nacht­lich-fest­lich geschmückt wird. Vorher nicht. Ja, die Tage ver­ge­hen schnell, kaum ist der Dezember da, ist er schon wie­der vor­bei. Aber lie­ber lass ich die Weihnachtssachen bis in den Januar hin­ein ste­hen, als mich vor dem Totensonntag ins Weihnachts-Wunderland zu flüchten.

Kamille

In Radebeul kann man sich ja tot­lau­fen, die Stadt ist eine lan­ge Straße, auf der immer Betrieb ist, nicht die Sächsische Weinstraße sei die­se lan­ge Straße, son­dern die Sächsische Krachstraße, stand im Juni auf einem klei­nen Banner an der Meißner Straße zu lesen.

Eine lan­ge Straße und ein lan­ges Elend, kein rich­ti­ges Zentrum, man geht am bes­ten direkt nach Altkötzschenbroda, dort gibt es Kneipen und Gaststätten und so was wie Flair, oder man läuft die ver­win­kel­ten Straßen hoch Richtung Weinberge. Im Radebeuler Villenviertel gibt es was fürs Auge, aber man ver­ir­re sich bes­ser nicht mit Kindern dort­hin, denn natür­lich hat jede Villa ihren eige­nen Garten mit mehr oder weni­ger Spielgeräten, sodass kein Bedarf an öffent­li­chen Spielplätzen besteht, die man also ver­geb­lich sucht.

Bleiben wir in Altkötzschenbroda und bie­gen Richtung Elbe ab, ein Weg durch Wiesen und zu einem Platz am Wasser. Am Wegrand ein Meer aus Kamille und Wusch! kommt die Kindheit zurück. Im Garten und am Feld wuchs Kamille, die für die Schlammsuppenkocherei ver­wen­det wer­den konn­te, sie roch so gut.