Komische Wörter: rekeln

Nein, ich wer­de nicht rekeln schrei­ben. Und wenn der Duden das tau­send­mal gelb unter­legt und damit signa­li­siert, dass er die­se Variante bevor­zugt. Ich blei­be bei räkeln!

Rekeln, was soll das denn?! Beides geht. Aber hey, rekeln, das klingt nach Regeln mit Dialekt oder Sprachfehler. Und da steckt Ekel drin. Dabei ist räkeln etwas Schönes: aus­gie­big deh­nen und stre­cken, wie­der Leben in den Körper bringen …

Bei dieser Kälte kuscheln die Wörter und bringen ausgefallene Wortbabys zur Welt

Wenn Vermietung und Vermeidung mit­ein­an­der kuscheln, kommt Vermeitung dabei her­aus. Was soll das hei­ßen? Wahrscheinlich das: Jemand will etwas ver­mie­ten, ob ein Haus, eine Wohnung, ein Zimmer, Gewerberäume. Aber eigent­lich macht er das nur, weil er das muss und Geld braucht, viel lie­ber wür­de er sich selbst dort breit­ma­chen und sei­ne Nerven scho­nen, sich läs­ti­ge Mieter sozu­sa­gen spa­ren. Doch man­ches lässt sich eben nicht ver­mei­den. Und dann pas­siert so was. Freud lässt grüßen!

Klüpfel und Kobr: „Schutzpatron“

Letztes Jahr bin ich Kluftinger ver­fal­len. Zuerst war das Cover, das fand ich frisch und anspre­chend. Dann klang der Klappentext nicht schlecht, also Buch aus der Bibliothek aus­ge­lie­hen und bald ange­fan­gen zu lesen. Ich weiß gar nicht  mehr, wel­ches Buch der Reihe es war – die Krimibranche macht es den Lesern ja auch schwer mit die­sen Ein-Wort-Buchtiteln. Wer soll sich denn da zurecht­fin­den, wer soll sich das mer­ken? Und es liegt nicht nur an den Titeln, dass man die Kluftinger-Bücher schnell mal ver­wech­selt, auch die Geschichten ähneln sich. Im Mittelpunkt steht Kluftinger, der Kommissar ohne Vornamen, auf der einen Seite sei­ne Familie, die Erika, der Sohn und des­sen Freundin, auch die Eltern, auf der ande­ren Seite der Job inklu­si­ve Kollegen und den „Bösen“, die es zu fin­den und auf­zu­grei­fen gilt.

Die Fälle haben mich eigent­lich nie vom Hocker geris­sen – die sind nicht lang­wei­lig geschrie­ben, aber am Laufen hält das Ganze doch der Herr Kluftinger mit sei­nem Verhalten und sei­nen Macken. Man soll­te nicht zu vie­le Kluftinger-Bücher zu dicht auf­ein­an­der lesen, sonst wird einem das schnell zu viel: die Hassliebe zu Dr. Langhammer, die Angst davor, Männern zu nah zu kom­men, die Klo‑, Ess‑, Schlaf- und ande­ren Gewohnheiten, das Sandy-Nerven usw. Was Überraschendes wird es von Kluftinger ver­mut­lich auch in Zukunft nicht geben, die bei­den Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr fah­ren mit ihrem Konzept ja bes­tens, erstaun­lich bis bewun­ders­wert, was sie mit ihrer Kluftinger-Welt alles auf die Beine gestellt haben, so gibt es mitt­ler­wei­le ein Kochbuch und ein Lesereisenbuch.

Im „Schutzpatron“ spielt das Essen kei­ne so gro­ße Rolle, Kluftinger hat Pech und bekommt z. B. bei einem Kurztripp nach Österreich kei­ne Wiener Leckereien vor­ge­setzt, son­dern muss bei einem Kollegen über­nach­ten, der ein Messie ist und nur ekli­ge Sachen im Kühlschrank hat. Das ist auch so über­trie­ben geschil­dert, dass es fast wie­der wahr sein muss. Der Fall selbst: eine alte, unbe­lieb­te Frau wird ermor­det, ein Kunstschatz kehrt nach Altusried (Kluftingers Heimatdorf) zurück und es gibt Hinweise, dass eine hoch­pro­fes­sio­nel­le Truppe unter Leitung des „Schutzpatrons“ ihn steh­len will, außer­dem ist Kluftingers Auto geklaut wor­den, was ihm so pein­lich ist, dass er es nie­man­dem erzählt.

Hat wie­der Spaß gemacht, das Buch zu lesen, auch wenn das Übertriebene, Karikaturhafte manch­mal doch nervt. Aber ein Mal im Jahr ist das okay und gute Unterhaltung. Natürlich wird es wei­ter­ge­hen, und Kluftinger wird irgend­wann ein­mal wie­der auf den Schutzpatron tref­fen, das ver­kli­ckern Klüpfel und Kobr den Lesern über­aus deut­lich. Na denn, bis bald!