Tausendmal geschrieben, tausendmal gelesen (und dann passiert so was)

Nehmen wir die­se Einladung zu einem Faschingsnachmittag. Da hat jemand was auf­ge­schrie­ben, das Wichtigste ist auch drin. Vermutlich hat ein ande­rer drü­ber­ge­le­sen, so ist das ja meist, aber nie­man­dem ist auf­ge­fal­len, dass zwei Worte fehlen:

„… wir möch­ten Sie recht Faschingsnachmittag am 16.02.2012 um 15:00 Uhr bei uns (hier steht der Ort der Veranstaltung) einladen.“

Macht ja auch nichts, dass da was fehlt. Man weiß schließ­lich, was dort ste­hen müss­te, oder es fällt einem sowie­so nicht auf. So ist das mit Einladungen und ähn­li­chen Texten, die man schon tau­send­mal gele­sen hat.

Man könn­te sich spa­ßes­hal­ber ab und zu ein-zwei Worte spa­ren, wenn man so was schreibt. Und dann abwar­ten, ob eine Reaktion kommt …

Komische Wörter: rekeln

Nein, ich wer­de nicht rekeln schrei­ben. Und wenn der Duden das tau­send­mal gelb unter­legt und damit signa­li­siert, dass er die­se Variante bevor­zugt. Ich blei­be bei räkeln!

Rekeln, was soll das denn?! Beides geht. Aber hey, rekeln, das klingt nach Regeln mit Dialekt oder Sprachfehler. Und da steckt Ekel drin. Dabei ist räkeln etwas Schönes: aus­gie­big deh­nen und stre­cken, wie­der Leben in den Körper bringen …

Bei dieser Kälte kuscheln die Wörter und bringen ausgefallene Wortbabys zur Welt

Wenn Vermietung und Vermeidung mit­ein­an­der kuscheln, kommt Vermeitung dabei her­aus. Was soll das hei­ßen? Wahrscheinlich das: Jemand will etwas ver­mie­ten, ob ein Haus, eine Wohnung, ein Zimmer, Gewerberäume. Aber eigent­lich macht er das nur, weil er das muss und Geld braucht, viel lie­ber wür­de er sich selbst dort breit­ma­chen und sei­ne Nerven scho­nen, sich läs­ti­ge Mieter sozu­sa­gen spa­ren. Doch man­ches lässt sich eben nicht ver­mei­den. Und dann pas­siert so was. Freud lässt grüßen!