Wochenendeinkauf, Nachlese

Was mir beim Einkaufen auf­ge­fal­len ist: Auf dem Honigglas stand „sorg­fäl­tig geim­kert“ und „wert­erhal­tend abge­füllt“. Es hät­te mir zu den­ken geben müs­sen, dass sie nichts Besseres zum Werben gefun­den haben. Der Honig schmeckt enstpre­chend: nicht direkt schlecht, aber mei­len­weit von gut ent­fernt. Tja, war­um woll­te ich auch unbe­dingt Lindenhonig?
Ein Scheibenkäse, immer­hin Bio, mit fol­gen­dem Spruch: „(Käsename) in Ruhe gereift“. Aha. Es wür­de mich schon inter­es­sie­ren, was das bedeu­tet. Auf der Verpackung ist die Dauer die­ser Ruhereifung nicht ange­ge­ben. „In Ruhe gereift“ – das liest sich hübsch anhei­melnd für die leicht gestress­te Käuferin – und zu Hause kann sie dann über­le­gen, was das nun hei­ßen soll …

Heut gibts Stippe auf die Rippe

Im Kindergarten stand neu­lich Folgendes auf dem Speiseplan: „Gehacktes Stippe (Gehacktes, ange­bra­ten wie Gulasch) dazu Sauerkraut und Kartoffelbrei (3, 6).“ Die obli­ga­to­ri­schen Zusatzstoffe waren dies­mal Glutamat (3), ver­mut­lich im Fleisch und Antioxidationsmittel (6), wahr­schein­lich im Sauerkraut. Schön, dass ver­sucht wur­de zu erklä­ren, wer oder was „Stippe“ ist. Ich hab mal bei Wikipedia nach­ge­schaut, und da zeig­te sich „Stippe“ sehr viel­sei­tig: Eine Mangelerscheinung beim Apfel heißt so, ein Augenleiden, ein Fehlerbild bei Lacken und – ein Gericht, die „Beamtenstippe“. Hackfleisch, ohne Anbraten in der Soße gegart. Aha. Scheint ein nord­deut­sches Regionalgericht zu sein. Da war der Essenlieferant ja rich­tig krea­tiv bei der Auswahl der Fertigware. Vielleicht ein Sonderangebot???