„111 Rezepte Osteoporose“ von Sonja Nothacker

Poröse Knochen und ein hohes Risiko für Brüche – Osteoporose gehört zu den häu­figs­ten Erkrankungen im Alter, ist aber ein Thema, mit dem man sich ruhig schon deut­lich frü­her beschäf­ti­gen kann. Zum einen erneu­ern sich Knochen stän­dig, es lau­fen Abbau- und Aufbauprozesse. Bis zum Alter von etwa drei­ßig Jahren über­wie­gen die Aufbauprozesse und man erreicht die höchs­te Knochendichte. Wer also bis dahin qua­si kno­chen­freund­lich lebt, hat schon mal einen guten Ausgangspunkt für die kom­men­den Jahrzehnte. Auch nach die­sem „Knochendichte-Peak“ und selbst wenn man bereits Osteoporose dia­gnos­ti­ziert bekom­men hat, kann man was dafür tun, dass die Knochensubstanz, also Knochendichte und ‑mas­se, mög­lichst lang­sam abnimmt. Zum ande­ren beein­flus­sen etwa Hormone die Knochengesundheit, sodass auch jun­ge Menschen von Osteoporose betrof­fen sein können.

„111 Rezepte Osteoporose“ besteht aus zwei Teilen. Im ers­ten, mit vier­zig Seiten recht kur­zen, ver­mit­telt die Autorin Basisinformationen zur Osteoporose und zur pas­sen­den Ernährung: Wie der Knochenaufbau funk­tio­niert, was Osteoporose ist, wie sie dia­gnos­ti­ziert wird, wel­che Risikofaktoren es gibt und wie die Therapie aus­sieht. Risikofaktoren sind etwa das stei­gen­de Lebensalter, die Wechseljahre/Menopause bei Frauen, Rauchen, Alkohol, Über- und Untergewicht, chro­ni­sche Erkrankungen. Betroffen sind vor allem Frauen. Wie so oft gilt, dass man das eige­ne Risiko ken­nen soll­te, dann lässt sich gera­de gegen Osteoporose eini­ges machen. Denn die Grundlage bei Prophylaxe und Therapie sind Bewegung und Ernährung.

Beim Punkt Ernährung geht die Autorin unter ande­rem auf wich­ti­ge Mikronährstoffe wie Kalzium, Vitamin D, Vitamin C und Zink ein und zeigt den Gehalt in aus­ge­wähl­ten Lebensmitteln, außer­dem erwähnt sie eini­ge „Knochenzerstörer“. Wenn mehr Phosphor als Kalzium auf­ge­nom­men wird, ist das bei­spiels­wei­se ungüns­tig, und in Fertigprodukten und Softdrinks ist oft Phosphor beigesetzt.

Die Erkenntnisse zu einer gesun­den Ernährung als Prophylaxe gegen und als Bremse bei Osteoporose hat die Autorin in den Rezepten auf knapp 170 Seiten umge­setzt: Wissenschaftlich fun­diert, bewusst zusam­men­ge­stellt, all­tags­taug­lich, heißt es am Anfang des zwei­ten Teils des Buches. Sonja Nothacker ist vom Fach, arbei­tet seit mehr als drei­ßig Jahren an der Diätschule der Medizinischen Hochschule Hannover, unter­rich­tet die Fächer Diätetik, Diät- und Ernährungsberatung und betreut die Lehrküche. In die­ser sind die 111 Rezepte ent­wi­ckelt und pro­be­ge­kocht worden.

Sie sind ver­sam­melt in den Rubriken „Frühstück“, „Hauptmahlzeiten“, „Zwischenmahlzeiten und Snacks“, „Desserts und Gebäck“ sowie „Getränke“. Pro Seite fin­det sich ein Rezept. Rezeptfotos sind eher die Ausnahme. Die Zubereitungsanleitung ist je nach Rezept mal kür­zer und mal län­ger, aber gut auf den Punkt gebracht. Die Zubereitungs‑, Koch-/Back-/Gar- und Quellzeit sind genannt, die Zutatenlisten sind schön über­sicht­lich, dar­un­ter steht, wie viel Kalorien, Eiweiß, Kalzium, Magnesium und Zink eine Portion jeweils ent­hält, also die Werte, die für eine osteo­po­ro­se­sen­si­ble Ernährung rele­vant sind. Fleisch- und Fischrezepte kom­men vor, domi­nie­ren jedoch nicht. Die Zutaten sind viel­fäl­tig und im Supermarkt zu bekom­men. Bei man­chen Rezepten fin­det sich unten noch ein Tipp, zum Beispiel womit sich das Gericht kom­bi­nie­ren lässt und wel­che Zutaten alter­na­tiv ver­wen­det wer­den können.

Um die Vielfalt der Rezepte zu ver­an­schau­li­chen, sei­en will­kür­lich eini­ge genannt: Kutja, Haselnusscreme, Muskrautblätter mit Hähnchenbrust und Reis, Grünes Shakshuka, One-Pot-Hirse, Kürbisrisotto mit Parmesanchips, Eieraufstrich, Leinöl-Hummus, Müsliriegel, Orientalischer Couscoussalat, Ballaststoffbrot, Knäckebrot, Nusskuchen, Pfirsicheistee. Die Autorin duzt die Leserin, den Leser übri­gens, was ich als okay emp­fand. Wenn man gewis­ser­ma­ßen zusam­men kocht, liegt das Du viel­leicht nahe? Fazit: Wer Anregungen und Rezepte sucht, um Osteoporose vor­zu­beu­gen oder aus­zu­brem­sen, dürf­te mit die­sem Buch gut bedient sein.

Sonja Nothacker: 111 Rezepte Osteoporose. Mit der rich­ti­gen Ernährung die Knochendichte zuver­läs­sig stär­ken. Was dir hilf, was dir schadet
Lektorat: Petra Nitsche
224 Seiten
2026 humboldt
ISBN 978–3‑8426–3214‑1
22 Euro

„Tausche Grau gegen Wow“ von Ann-Kathrin Reuter

Grau kann auch schön sein, trotz­dem hat mich der Titel „Tausche Grau gegen Wow“ direkt ange­spro­chen und ich war gespannt, was das Buch so zu bie­ten hat. Es geht für mei­ne Begriffe etwas über­schwäng­lich los, mit „Hallo, du wun­der­vol­ler Mensch!“ in der Einleitung und eini­gen Ausdrücken in der Art hier und da. Das wur­de aber weni­ger oder es fiel mir nach einer Weile nicht mehr auf – viel­leicht konn­te ich ja doch gera­de eine Extraportion Enthusiasmus und Glitter gebrauchen?

Ann-Kathrin Reuter ist Wirtschaftspsychologin, selbst­stän­di­ge Trainerin und Coach, in den sozia­len Medien ist sie als „Frau Propeller“ unter­wegs. Und so nennt sie ihre „Begeisterungstechnik“ bzw. ihren „Charisma-Booster“ das „Propellerprinzip“. Ihr Propeller hat vier Flügel, sie ent­spre­chen den vier Hauptmerkmalen von Charisma und sind gleich­zei­tig die „vier Schritte zu ech­ter Beliebtheit“: Präsenz, Herz, Begeisterung und Selbstsicherheit.

Das ers­te Kapitel, „Tausche Grau gegen Wow“, star­tet mit einer Bestandsaufnahme, was ist Charisma, was hat man in der Hinsicht schon drauf, was ist aus­bau­fä­hig? Das nächs­te Kapitel, „Charisma und Selbsterkenntnis“, lädt zum Mitmachen ein, es lie­fert etli­che Fragen, Aufgaben, lee­re Kästen, die dar­auf war­ten, gefüllt zu wer­den, etwa zu den eige­nen Werten, per­sön­li­chen Zielen, zum Selbstbild, zu Glaubenssätzen und Dankbarkeit. Damit soll das Selbstwertgefühl gestärkt und die Basis für das fol­gen­de Kapitel gelegt wer­den: „Die 4 Schritte zu ech­ter Beliebtheit“.

Diese vier Schritte bzw. Hauptmerkmale von Charisma hat­ten wir oben bereits, es sind Präsenz, Herz, Begeisterung, Selbstsicherheit. Dazu gibt die Autorin jede Menge Input, beim ers­ten Schritt, „Präsenz – So schaffst du eine posi­ti­ve Verbindung zu ande­ren“, zum Beispiel ist „guter Small Talk“ ein Thema. Bloß drei Buchseiten, die jedoch durch­aus wei­ter­hel­fen kön­nen, wenn man zur Fraktion „Ah, Small Talk ist abso­lut nichts für mich, sor­ry“ gehört. Zum zwei­ten Schritt, „Herz – So gewinnst du ande­re für dich“, zitie­re ich mal einen „Kleinen Impuls“: „Wenn du die Kerze von jemand ande­rem aus­pus­test, wird dei­ne eige­ne nicht hel­ler. Wenn du jemand ande­ren fett nennst, wirst du nicht dün­ner. Wenn du den Tag von jemand ande­rem rui­nierst, wird dein eige­ner nicht bes­ser. Kurz: Sei kein Arsch.“ Ja, ist so. Ich hab noch eini­ge Sätze mehr im Buch mar­kiert, die ich tref­fend, pas­send, gut fand, was ich nicht oft mache.

Beim drit­ten Schritt, „Begeisterung – So ent­fachst du das Feuer in ande­ren“, taucht unter ande­rem „Humor als Katalysator“ auf und die Autorin nennt ihr „per­sön­li­ches Repertoire an Flachwitzen“, einer davon: „Was ist das Wichtigste bei Schweißausbrüchen? Das W.“ Ich hab geschmun­zelt, klar. Der vier­te und letz­te Schritt ist „Selbstsicherheit – So trittst du sou­ve­rän und über­zeu­gend auf“. Wenn man bei­spiels­wei­se Angst davor hat, was ande­re von einem bzw. einer den­ken, kann hel­fen, dass die meis­ten Menschen „den Großteil der Zeit mit sich selbst beschäf­tigt“ sind und nicht auf ande­re ach­ten. Wie viel Prozent unse­rer Lebenszeit beschäf­ti­gen wir uns wohl mit uns selbst? Steht im Buch …

Um Faktoren wie Körperhaltung, Kleidung, Stimme und um Selbstmarketing dreht sich dann das Kapitel „Der Blick von außen“. Das letz­te Kapitel, „Nur Mut: Veränderung ist mög­lich“, ist recht kurz und soll die Leserin, den Leser moti­vie­ren, anzu­fan­gen und das Gelesene umzusetzen.

Sehr sym­pa­thisch ist für mich an die­sem Ratgeber, dass er Authentizität bejaht: „Werde, wer du bist“. Denn: „Kein Mensch hat das erlebt, was du erlebt hast. Du bist schon jetzt eine Legende. Deshalb ver­stel­le dich unter kei­nen Umständen. Wenn du intro­ver­tiert bist, ver­su­che nicht extro­ver­tiert zu sein. Andere wer­den spü­ren, dass du eine Rolle spielst, und dich nicht ernst neh­men. Außerdem wird dich das enorm viel Energie und Kraft kosten.“

„Tausche Grau gegen Wow“ ist vol­ler Infos und Impulse – Quellen wer­den genannt, die Literaturliste steht am Schluss, bei Interesse kann man also wei­ter­le­sen und das ein oder and­re ver­tie­fen. Das Buch ist ein Angebot, Dinge zu über­den­ken, neu zu den­ken, gege­be­nen­falls zu ändern. Mir hat’s gefal­len und was gebracht.

Ann-Kathrin Reuter: Tausche Grau gegen Wow. In 4 Schritten zu einer posi­ti­ven Ausstrahlung und ech­ter Beliebtheit
Lektorat: Annette Gillich-Beltz
200 Seiten
2025 humboldt
ISBN 978–3‑8426–4280‑5
22 Euro

„Modern-Life-Etikette“ von Gabriela Meyer

Etikette, gute Umgangsformen, ja, da dürf­ten die meis­ten hin und wie­der eine Auffrischung brau­chen, und ich war neu­gie­rig, wie so was aktu­ell auf­ge­zo­gen wer­den könn­te. Gabriela Meyer lie­fert mit ihrem Ratgeber „Modern-Life-Etikette“ ordent­lich was zu lesen, fast 300 Seiten. Sie deckt aber auch etli­che Themen ab, da gehts nicht nur um gutes Benehmen im Restaurant von „Wo sitzt wer“ über „Mit wel­chem Löffel fan­ge ich an“ bis „Wer bezahlt“. Sondern, wie der Untertitel ver­rät, setzt die Autorin drei Schwerpunkte: moder­ne Umgangsformen, erfolg­rei­che Selbstpräsentation und digi­ta­le Etikette. Ein wei­tes Feld: ana­log und digi­tal, pri­vat und beruf­lich. Das Ganze glie­dert sich in sech­zehn Kapitel, die jeweils nicht zu lang und dafür recht kurz­wei­lig sind: „Handy-Etikette“, „Social-Media-Knigge“, „Modern-Life-Networking“, „Begrüßung“, „Moderner Smalltalk“, „Kommunikation“, „Gute Texte“, „Büro und Coworking Spaces“, „Veranstaltungen“, „Reisen“, „Hotel und Restaurant“, „Selbstpräsentation“, „Modern-Life-Dressing und Style“, „Essen und Tischkultur“, „Gastfreundschaft“. Das letz­te Kapitel fällt etwas aus der Reihe, in „Was tun, wenn …“ rät die Autorin, was man bei aus­ge­wähl­ten klei­ne­ren und grö­ße­ren „Krisen im Alltag“ machen könn­te, wenn zum Beispiel ein neu­er Kollege ein Sofa im Büro als „Besetzungscouch“ bezeichnet.

Erläutert jemand auf über 280 Seiten, wie gutes Benehmen in allen mög­li­chen Situationen aus­sieht, erwar­tet die Leserin, der Leser ver­mut­lich, dass die­se Person auch ent­spre­chen­de Referenzen hat. Dazu erfährt man im Vorwort ein paar Eckpunkte, die die Autorin schon mal sym­pa­thisch und kom­pe­tent rüber­kom­men las­sen. Und die­ser ers­te Eindruck hält sich durchs gan­ze Buch. Die Mischung aus Erfahrungen, Wissen, Tipps, Beispielen (für pas­sen­de Formulierungen, kon­struk­ti­ve Reaktionen usw.), ein paar Listen und auch Hinweisen, wo man dies und das nach­le­sen und fin­den kann, ist ein­fach gelun­gen und dürf­te wei­ter­hel­fen, sofern die Leserin, der Leser nicht schon in allen Bereichen Profi ist. Ich moch­te an dem Buch sehr, dass es sich nicht auf blo­ße Infos dazu, was „rich­tig“ und „ange­bracht“ ist, beschränkt, die Autorin ver­mit­telt auch, wozu das Ganze über­haupt gut ist: für ein gutes Miteinander, das bekannt­lich kei­ne Einbahnstraße ist und für das im bes­ten Falle alle Beteiligten etwas tun.

Gabriela Meyer: Modern-Life-Etikette. Moderne Umgangsformen, erfolg­rei­che Selbstpräsentation und digi­ta­le Etikette
Lektorat: Annette Gillich-Beltz
288 Seiten
2020 hum­boldt Verlag
ISBN 978–3‑8426–4203‑4
19,99 Euro