Ein Maulwurf im Winter: „Was glitzert da im Schnee?“ von Vanessa Cabban und Jonathan Emmett

Vielleicht hat mit Krtek, dem klei­nen Maulwurf, alles ange­fan­gen? Zdeněk Miler, der Zeichner aus Prag, hat 1957 den ers­ten Maulwurf-Zeichentrickfilm her­aus­ge­bracht. Der klei­ne Kerl war ein Glücksgriff, er wur­de in zahl­rei­chen Ländern ein gro­ßer Erfolg. Seitdem sind ihm vie­le Maulwurfhelden gefolgt, und ein Maulwurfbuch, das in die­sem Jahr erschie­nen ist, habe ich mir genau­er ange­schaut.

„Was glit­zert da im Schnee?“ heißt es, auf dem Cover ist ein zucker­sü­ßer Maulwurf zu sehen – mit weni­gen Strichen gezeich­net (neh­me ich an), mit Schaufelpfötchen, Stummelschwänzchen und etwas Schnee auf dem Kopf. Um ihn her­um glit­zert es tat­säch­lich, wie die Buchleute die­se Glitzerschneebällchen gemacht haben, weiß ich nicht. Es ist jeden­falls kein bil­li­ger Glitter, der sich löst und den man dann an den Händen und der Kleidung hat, und das fin­de ich schon mal gut.

An einem Tag im Winter schaut der Maulwurf aus sei­nem Maulwurfshügel, und drau­ßen ist alles weiß. Er sieht zum ers­ten Mal Schnee, es ist also ein klei­ner, neu­gie­ri­ger Maulwurf, der sich gleich auf­macht, um sich alles anzu­schau­en, und dabei Kreiselspuren im Schnee hin­ter­lässt. Auf einem stei­len Hang rutscht er aus und saust den Berg hin­ab, direkt gegen einen Baum. „Uff!“, sagt er, aber er hat sich nicht weh­ge­tan und ent­deckt gleich etwas Großartiges: Direkt neben sich sieht er einen glit­zern­den Diamanten. Er will ihn mit nach Hause neh­men, doch auf dem Heimweg ver­än­dert sich der Diamant, bis er schließ­lich ganz ver­schwin­det. Igel, Eichhörnchen und Hase kom­men just in dem Moment vor­bei und tref­fen auf einen trau­ri­gen Maulwurf, der ihnen alles erzählt und sie zu dem Baum führt, bei dem er den Diamanten gefun­den hat. Der Hase zeigt nach oben, und der gan­ze Baum ist vol­ler Diamanten …

Ach, es ist ein zau­ber­haf­tes Buch. Die Bilder sind ruhig, herr­lich unauf­ge­regt, mit gedämpf­ten Farben, der Schnee domi­niert die Landschaft, die weni­gen Bäume sind kahl. Die Tiere sind mit sanf­ten Farben gezeich­net, rund sehen sie aus, schließ­lich haben sie ihr Winterfell. Mimik und Gestik des klei­nen Maulwurfs, die Spuren im Schnee, das wech­seln­de Winterlicht von den wär­men­den Morgensonnenstrahlen über das kal­te, blaue Licht am spä­ten Nachmitttag bis zum fun­keln­den Einbruch des Abends hat Vanessa Cabban ganz herr­lich gezeich­net.

Und ja, Maulwürfe hal­ten kei­nen Winterschlaf, sie zie­hen sich ledig­lich tie­fer in die Erde zurück. Nur der Igel müss­te eigent­lich schla­fen, aber war­um soll­te er nicht auch mal im Winter auf­wa­chen?

Ein wun­der­ba­res Buch, das den Zauber des Winters ein­fängt und rich­tig Sehnsucht macht nach Schnee und die­ser fas­zi­nie­ren­den Landschaft in weiß. Aber lan­ge müs­sen wir dar­auf wahr­schein­lich sowie­so nicht mehr war­ten …

Was glit­zert da im Schnee?
Verfasser: Jonathan Emmett
Illustratorin: Vanessa Cabban
Annette Betz Verlag
ab 4 Jahren
32 Seiten
12,95 Euro
ISBN: 978-3-219-11494-2

2 Kommentare

  1. Schöööön! Ich glau­be, das wird die klei­ne Wachtel im Nikolausstrumpf fin­den. :-)

    Sie mag den klei­nen Maulwurf, kennt ihn aller­dings nur von YouTube Videos. Aber die sind so süß! (Wobei es auch eini­ge arge gibt, vor denen sie rich­tig Angst hat. Wenn der Fuchs die Hühner stiehlt zum Beispiel.)

    Aber das hier scheint ja harm­los zu sein. Danke für den Tipp! (=

    (Und NATÜRLICH schaue ich hier rein, ist doch klar!)

  2. In den Nikolausstrumpf passt es eher nicht rein, es ist ziem­lich groß, 20 mal 30 cm etwa. ;) Dieser Maulwurf hier ist fast noch nied­li­cher als DER klei­ne Maulwurf, als Krtek oder Pauli, wie er wohl heißt.
    Ich freu mich, dass Du vor­bei­schaust. :))