
Autor: Andrea Groh
Tyrannogurkus rex
„Jurassic Park“ kam 1993 in die Kinos, 18 Jahre ist das jetzt schon her, ist das zu glauben? Nach dem Film gingen die Verkäufe von Büchern über Dinosaurier nicht etwa in schwindelerregende Höhen, sondern in den Keller, sagt mein Buchhändler. Eltern hätten ihre Kinder mit ins Kino genommen, weil sie dachten, dort würden schön realistisch Saurier gezeigt. Dem war ja auch so, aber als Kinderfilm würde ich „Jurassic Park“ denn doch nicht bezeichnen (ab 12 Jahren ist er wohl).
Ich weiß noch, wie ich im Kino saß, es war das alte Kino mit einem einzigen großen Saal, mit Lichtern an der schwarzen Decke und dem Gong, wenn es dunkel wurde. Der Saal war ziemlich voll, ich saß sehr weit hinten. „Jurassic Park“ also. Dann diese Szene, in der die fiesen kleinen, tödlichen Saurier auf Menschenjagd gehen und so plötzlich aus irgendwelchen Ecken geschossen kommen, dass es eigentlich verboten gehört. Ich hatte meine Füße am Vordersitz und im größten Schreck verselbstständigten sich meine Beine und versetzten dem Vordersitz einen Stoß. Wie der oder die Sitzende darauf reagiert hat, weiß ich nicht mehr.
In den letzten Jahren haben sich die Dinosaurier verkaufstechnisch wieder erholt, die lieben Kleinen wünschen sie sich in Büchern und es gibt auch eine Dinosaurier-Reihe bei z.B. Spiegelburg. Direkt niedlich sehen die allerdings nicht aus. Und dann hätte ich noch eine Methode, wie man a) Kindern, die sich vor Sauriern gruseln, die Angst nehmen oder b) Kinder enorm nerven kann. Man braucht bloß ein Buch mit möglichst vielen verschiedenen Sauriern, und dann verhunze man die Namen, indem man „Saurus“ durch „Gurkus“ ersetzt. „Bohne“ geht auch. Das ist eine echte Konzentrationsübung für den Vorleser, gerade, wenn Ein- und Mehrzahl sich abwechseln. Bringt aber garantiert Abwechslung, falls ein Buch bis zum Abwinken immer wieder vorgelesen werden muss.
Konsumfurunkel mit Kamilleduft
Lange haben Frauen als Binde einfach Stoffe verwendet, die sie irgendwie in der Hose befestigten. Erst ab den 1970er Jahren wurden selbstklebende Binden verkauft. Seit wann die Binden nicht mehr aus Baumwolle, Hanf und anderen natürlichen Stoffen bestanden, sondern aus Kunststoffen, habe ich nicht gefunden, Wegwerfbinden kamen jedenfalls um 1900 herum auf.
Tampons gibt es circa seit den 1930er Jahren. Zuerst waren sie aus Baumwolle, jetzt sind sie hauptsächlich aus Viskose, mit einer Kunststoffschicht drumherum. Die kleine Schwester der Wegwerfbinde ist die Slipeinlage. Während Binden, Tampons und Co ihren Zweck haben – das Regelblut aufzunehmen –, ist die Slipeinlage ein Konsumfurunkel: Man braucht sie nicht, bekommt sie aber nicht mehr los, wenn man sie einmal an der Backe hat.
Alles soll immer sauberer und hygienischer werden, wir selbst und unsere Umgebung. Wie gut, dass es tausende Produkte gibt, die uns dabei unterstützen (schon mal von Achselpads gehört?). Seit einiger Zeit sollte frau auch das Kleingedruckte auf den Verpackungen von Slipeinlage und Co lesen, sonst wundert sie sich noch über Parfumschwaden (Kamille z.B.) aus der Unterhose. Geht mal in eine Drogerie, die Duftseuche greift um sich. Fehlt nur noch, dass Tampons auch parfümiert werden, für ein besseres Raumklima im Unterleib.
Das Zeug duftet vielleicht wie frisch gewaschene, weichgespülte (das heißt: parfümierte) Wäsche, aber ganz astrein ist es nicht, denn es ist gebleicht und mit optischen Aufhellern behandelt. Mehr dazu hier: „Binden und Tampons: alle Tage wieder jede Menge Müll?“