Ich erwähnte ja bereits, dass ich in diesem Jahr viele Kalender habe. Noch einen stelle ich hier vor, dann ist Schluß (versprochen): „Großmutters Haushaltstipps“. Jeden Tag vier Tipps (außer donnerstags und sonntags) zu Küche, Haushalt, Garten und Gesundheit. Der Ton ist meist recht gediegen, die Tipps auch. (Sie sind nicht so umwerfend, dass ich die Zettel aufheben müsste.) Gestern gings etwas salopper zu: „Der von einigen Werbespots propagierte Wunsch nach einem möglichst keimfreien Zuhause ist Quatsch.“ Das fällt aus der Reihe, da horcht man auf. Aber recht hat sie ja, die Abreißtageskalender-Großmutter: Wenn ich sehe, was so alles an Reinigungsmitteln verkauft wird (Achtung, nicht mit Haut in Berührung kommen lassen!), wie teilweise die totale Desinfizierung angeraten wird und dass zum Beispiel Kühlschränke mit irgendwelchem Zeugs ausgerüstet werden, das gegen Bakterien und Co. helfen soll – oh weh. Essig und Geschirrspülmittel tuns auch, aber es muss ja immer alles besser, schöner und wirksamer werden …
Autor: Andrea Groh
Ich und mein Mondkalender
Zu Weihnachten bekam ich mehr Kalender, als ich gebraucht hätte, darunter einen Mondkalender. Nun kann ich es mir nachts sparen, aus dem Fenster zu schauen und den Mond zu suchen, denn wie er aussieht, zeigt mir ganz ohne Verrenkungen der Kalender. Ich weiß, ob der Mond gerade zu- oder abnimmt, ob Vollmond ist oder Neumond (heute), außerdem kenne ich nun die besten Zeiten fürs Haareschneiden, Parkettbohnern, weiß, dass ich dann und dann keine Pflanzen gießen sollte usw. Daran mag glauben, wer will, es ist schnell gelesen und durchaus kurzweilig.
Als Bonus gibts fast jeden Tag noch ein Zitat oder einen Ratschlag, und den heutigen will ich Euch nicht vorenthalten: „Entscheidungen treffen, bester Tag im Jahr um mit einer schlechten Gewohnheit zu brechen!“ Als ob man nur eine schlechte Gewohnheit hätte. Welche nimmt man da? Und wie das ablaufen soll, steht natürlich auch nicht da. Nehmen wir mal an, jemand will es sich abgewöhnen, an den Nägeln zu knabbern. Wenn er heute nicht knaubelt, macht er das nimmermehr? Oder muss da ein Ritual her? Ich werde mir jedenfalls eine schlechte Gewohnheit aussuchen und im Selbstversuch testen, ob die dann weg ist. Und Ihr so?
Die Puddingoffenbarung
Vor einigen Jahren ging mir ein Licht auf, ich hatte eine Offenbarung – eine Puddingoffenbarung. Ich kapierte, dass man sich Pudding nicht in Tüten kaufen muss, sondern dass man ihn genauso schnell und viel einfacher selbst machen kann. Es ist wie mit den Backmischungen, die in den allertollsten Verpackungen* verkauft werden, und zu denen man dann noch Milch, Butter, Eier usw. geben muss, so dass man sich fragen könnte, wofür man da eigentlich Geld ausgegeben hat.
Wenn Ihr Pudding aus der Tüte kocht, müsst Ihr Milch und Zucker zugeben. Wenn Ihr Pudding selbst macht, braucht Ihr Milch, Zucker und Speisestärke. Fertig. Na gut, nicht ganz, Ihr wollt ja wahrscheinlich, dass der Pudding nach etwas schmeckt. In der Tüte bekommt Ihr leckere Zugaben, hier eine kleine Kostprobe:
- Vanille-/ Mandelpudding: Chinolingelb, Gelborange S.
- Schokopudding: modifizierte Stärke, Maltodextrin, Carrageen
- Sahnepudding: Laktose
- Erdbeerpudding: Echtes Karmin, Kurkumin, Beta-Carotin
Natürlich keine Spur von echter Erdbeere, richtiger Vanille. Wozu gibt es Aromen? Viel Chemie für eine harmlose Süßspeise, aber bei den Fertigprodukten, die man angerührt in der Kühlung kaufen kann, siehts ja meist genauso aus
Es ist so: Pudding frei Schnauze kochen macht Spaß! Man muss nicht sklavisch auf vorgeschriebene Mengen achten, man kann probieren, wie man den Pudding selbst will, also als Soße, eher fest, mittel … So gehts:
- beliebig viel Milch in den Topf geben
- Zucker in den Topf, nicht umrühren, erhitzen
- Speisestärke in einer Tasse mit etwas Milch anrühren
- Milch kommt hoch, Speisestärke-Milch reingeben
- rühren, aufkochen lassen, vom Herd nehmen, sobald der Pudding blubbert und Blasen bildet
Geschmack bekommt Ihr rein, indem Ihr Kakaopulver (das ohne Zucker) oder Vanillezucker (aus Schoten, nicht Vanillin) zur Speisestärke-Milch in die Tasse gebt. Wollt Ihr Erdbeer‑, Heidelbeer‑, Traubensaftpudding, nehmt Ihr statt Milch zum Speisestärkeanrühren den Saft.
Wenn man die ersten Male den Pudding so kocht, merkt man richtig, wie man umdenken muss. Tüte, Tüte, Tüte, das steckt tief drin, das geht schwer raus. Kauft keine Tüten mehr, sondern Speisestärke. Und tobt Euch aus!
*Prinzessin Hullatrulla, Ritter Rumpelschrumpel, Pirat Knackeldackel, Glitzer, Glanz und Gloria