Unsichtbar

In mei­nem Wohnzimmer duf­te­te es nach Parfum. Süßlich. Penetrant. Anhaltend.

Wie das so ist: Ich nahm es zur Kenntnis. Fragte mich, was es sein könn­te. Grübelte kurz. Vergaß es. Das wie­der­hol­te sich, ging eini­ge Tage so.

Bis ich schließ­lich mei­ne Nase auf Pirsch schick­te. Sie führ­te mich zum Fenster. Dort ste­hen Pflanzen. Es war wie beim Blinde-Kuh-Spielen. Zwar sag­te nie­mand „Heiß!“ oder „Kalt!“, aber mei­ne Nase schlug an. Bloß war nichts zu sehen, was einen sol­chen Duft ver­ur­sa­chen könnte.

Bis ich eine der Pflanzen umdrehte.

Ab in die Glosse!

Es gibt Gegenden, da sagt man nicht Waschbecken, son­dern Gosse. Aus Gosse wird schnell Gasse oder Glosse. Und um Glossen gehts jetzt: Ich ste­cke gera­de mit­ten­drin in der Organisation eines Glossen-Schreibwettbewerbs, Frau Wortakzente und ich haben im Texttreff dazu auf­ge­ru­fen, eine Glosse zu schrei­ben. Drei Themen ste­hen zur Wahl:

1. Das Leben einer Selbstständigen schreibt die bes­ten Anekdoten
2. Die schrägs­ten Vorlagen lie­fert die Politik
3. Ich seh mich schon in 20 Jahren

Seit ges­tern gibt es end­lich die ers­ten Glossen zu lesen. Einsendeschluss ist der 31. Oktober, es wird also noch eini­ges kom­men. Mitmachen kön­nen nur Texttreff-Mitglieder. Aber kom­men­tie­ren und mit dem Kommentar net­te Preise gewin­nen – das kann jede und jeder. Eine Jury wählt am Ende die 15 bes­ten Glossen. Die wer­den in einem E‑Book ver­öf­fent­licht. Und die­se 15 bes­ten Glossen ste­hen dann zur Abstimmung für Platz 1 bis 3, da kann wie­der­um jede/r mitmachen.

Baumpilz, zweiter Stock

Heutzutage wol­len sogar Pilze hoch hin­aus und ver­las­sen den Boden. Unten wäre auch Platz gewe­sen, was wol­len die da oben? Ist dort bes­se­re Luft, bes­se­res Essen, eine bes­se­re Aussicht? Ein bes­se­res Versteck ist es schon mal nicht, man sieht sie auf einen Blick, man ist ver­sucht, sie abzu­kni­cken, auch wenn man sie nicht essen will (oder kann). Einfach, um zu sehen, ob das auch ech­te Pilze sind, ob sie irgend­et­was unter­schei­det von denen, die sich mit einem Platz im Gestrüpp, zwi­schen Blättern und Nadeln, Gras und Erde zufrie­den geben.

Eigentlich müss­te man dazu ein Haiku schrei­ben. Ich trags nach, falls mir eines einfällt.