Bremsscheibe und Bremsschreibe

Vor eini­gen Wochen bin ich auf die Brems­schreibe gesto­ßen. Ein schö­ner Ver­tip­per, das Wort soll­te einen Ein­trag im Duden bekom­men, viel­leicht so:

Brems­schreibe, die;  – (ugs. für einen Schreib­stil, der beim Lesen bremst – die Ursa­chen lie­gen in feh­ler­haf­ter Recht­schrei­bung, Gram­ma­tik, im Aus­druck usw.)

Die Bremsschreibe also. Der Verschreiber ist ziem­lich beliebt. Google fin­det „Ungefähr 36.400 Ergebnisse“. Und fragt natür­lich: „Meinten Sie: Bremsscheibe“ (Zugriff am 17.1.2012, unter die­sem Link: www.google.de). Wenn ich die Suchergebnisse so anschaue: Ja, die mein­ten alle Bremsscheibe. Eigentlich lang­wei­lig. Wer bie­tet Bremsschreibe? Eine Marktlücke …

„… und jeder will ein Held sein und irgendeine Heldentat vollbringen“

In vie­len Blogs, Mode- und Mädchenblogs, greift sich die Bloggerin eine Zeile aus einem Lied, einem Gedicht, auch mal aus „Faust“, das kommt vor, und das ist dann der Blogartikeltitel. Manchmal fol­gen nur Fotos von irgend­ei­nem Outfit, manch­mal ein paar Worte dazu, mal weni­ge, mal vie­le. Oft hat der Titel über­haupt nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun, jeden­falls nicht für eine Leserin, die nicht in den Kopf der Bloggerin schau­en kann. Würde ich auch gar nicht wollen.

Hier in mei­nem Blog ist das ja alles total auf­ge­räumt, der Titel führt garan­tiert nicht in die Irre, was der Titel ver­spricht, hält der Artikel. Manchmal ist er eher schwam­mig oder sehr andeu­te­risch, aber ich will ja nur spie­len. Für die­sen Artikel hab ich mir die Zeile eines Liedes genom­men, ich will auch mal Modemädchenbloggerin sein. Aber Fotos von mir gibts hier nicht. Dafür eins, das ich letz­te Woche gemacht habe, auf dem Nachhauseweg. Kurz vor dem Abend, bei Einbruch der Dunkelheit. Ein Licht.

„… und jeder will ein Held sein und irgend­ei­ne Heldentat voll­brin­gen // So auch ich natür­lich, // ich will der, der dich hier her­aus­holt sein.“ Das ist mal wie­der typisch Element of Crime. Die letz­te Zeile hol­pert der­ma­ßen am Ende, das tut fast weh beim Lesen. Aber wenn Sven Regener das singt: Das muss so. Ist wohl so was wie ein Liebeslied, „Bitte bleib bei mir“ heißt es. Passt aber auch, wenn es um den letz­ten Abschied geht, wie der Tod euphe­mis­tisch genannt wird, hin und wie­der, gera­de eben. Wobei man da so gar nicht Held sein kann, wenn jemand stirbt. Was will man da für eine Heldentat voll­brin­gen? Wenn das Zurückholen nicht geht. Das Herausholen. Und nein, es ist kei­ne Heldentat, wei­ter­zu­le­ben. Das geht (meist) von allein.

Welttag des Buches 2012: Was für Lesefreunde

Am 23. April ist der Welttag des Buches, und in die­sem Jahr haben sich die Veranstalter etwas Besonderes ein­fal­len las­sen. Wie gehabt wer­den Schülerinnen und Schüler das Buch „Ich schenk dir eine Geschichte“ bekom­men. Aber dies­mal ist auch etwas für Leser, die dem Kinderbuchalter ent­wach­sen sind, drin: die Aktion „Lesefreunde“!

33.333 Lesefreunde kön­nen sich bis zum 20. Februar auf der Website regis­trie­ren und ein Buch von 25 aus­su­chen. Von die­sem erhal­ten sie dann 30 Exemplare, die sie ver­schen­ken dür­fen und sollen.

Initiatoren der Aktion sind die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deut­sche Buchverlage. Die Verlage las­sen eine Sonderedition dru­cken und geben sie kos­ten­los ab. Die Autorinnen und Autoren erhal­ten eben­falls kein Honorar für die­se Ausgaben, unter ihnen sind Wladimir Kaminer, Axel Hacke, Siegfried Lenz, Daniel Kehlmann und Nele Neuhaus.

Eine tol­le Idee! Und die Website ist rich­tig gut, die allein ist schon min­des­tens einen Blick wert. Hier sind die Links: Welttag des Buches, Aktion „Lesefreunde“.