Wahlkampf der ‑i-Wörter

In Sachsen, Thüringen und im Saarland wird am Sonntag ein neu­er Landtag gewählt.

Hier kön­nen ab sofort alle wäh­len, und zwar das schreck­lichs­te abge­kürz­te Wort auf ‑i.

Wann rol­len sich euch die Zehennägel auf (dan­ke fürs Stichwort, Petra), wann fragt ihr euch, ob das jetzt wirk­lich sein muss, bei wel­chem Wort seht ihr rot?

Mir fiel die Entscheidung schwer, es gibt ja etli­che viel­ver­spre­chen­de Kandidaten. Letztendlich mach­te ein Wort das Rennen, das mir heu­te beim Zeitungslesen ins Auge sprang: Touris.

Und, was habt ihr so zu bieten?

Gucki mal!

Vor vie­len, vie­len Jahren, als ich noch zur Schule ging, kam die­se Mode auf, dass Daniela, Thomas, Susann, Andrea, Bianca, Claudia und wie sie alle hie­ßen für­der­hin abge­kürzt und auf ‑i zu enden hat­ten. Dani, Thommi, Susi, Andi, Bietschie, Claudi, so rede­ten wir uns dann an, und das war ja auch sehr ver­traut und ökonomisch.

Daran muss­te ich den­ken, als ich am Wochenende im Zoo auf die­ses Wort stieß: Gucki. Och nee … Gucki! Das erin­nert mich auch an „Ellis“ (Eltern), und die­ses Wort fin­de ich ein­fach nur furcht­bar, das kommt mir nicht über die Lippen. Gucki also, für Guckloch. Man guckt durch und sieht ein Bild oder einen Gegenstand. Der Herr Duden kennt das Wort: Gucki, ugs. für Gerät zum Betrachten von Dias. Sagt mir nichts, sag ich nicht. Sind Guckis nur für Kinder? Ist das ein kind­ge­rech­tes Wort? Gibt es die­se Namens-i-Sitte heu­te über­haupt noch oder las­sen sich die Kinder jetzt was COOLERES ein­fal­len? Ich könn­te ja wet­ten, dass Ältere ande­re Assoziationen haben, wenn sie Gucki lesen – Gucci … ;)

Fünf Fragen an einen Bauarbeiter

1. Weißt Du noch, was Du als Kind wer­den woll­test, also wel­che Wunschberufe Du hattest?
Rundfunk- u. Fernsehmechaniker.

2. Warum bist Du Bauarbeiter geworden?
Nach der Wende war es der kri­sen­si­che­re Beruf.

3. Was magst Du an Deiner Arbeit?
Frische Luft, abwechs­lungs­rei­che Arbeit.

4. Was gefällt Dir an Deiner Arbeit nicht?
Regen, nör­geln­de Vorgesetzte.

5. Welches Ansehen hat der Beruf „Bauarbeiter“?
Hohes Ansehen, da Schwerstarbeit.