Blondi

Ich weiß ja, Blondi ist schon besetzt, aber ich nehm das jetzt trotz­dem (Blondi hat eine eige­ne Seite bei Wikipedia. Mit den Lebensdaten …). Blondine passt nicht so recht, denn es geht um einen Mann. Einen blon­den Mann. Aus lau­ter Langeweile las ich neu­lich eine Zeitung kom­plett durch, so auch einen Artikel über ein Konzert von Howard Carpendale. Die Haarfarbe scheint ja sehr wich­tig zu sein bei ihm, wes­we­gen sie gleich in der Überschrift auf­taucht. Im Artikel wird sie noch mehr­mals erwähnt, am schöns­ten fin­de ich ja „Blondschopf“. Bei einem Mann über 60. Was ist das? Einfallslosigkeit des Artikelschreibers? Oder woll­te der viel­leicht nicht zum Konzert und wehrt sich jetzt auf die­se Weise? Ist das schon Diskriminierung oder doch aus­glei­chen­de Gerechtigkeit?

Vielleicht gehört sich das ja auch in einem Bericht über H. C., das kann ich nicht beur­tei­len, weil ich so was sonst nicht lese. Gibt es da Vorschriften? Mindestens drei­mal muss im Text ste­hen, dass H. C. blond ist? (Ist er das über­haupt? Und stellt das nie­mand in Frage? Bei Schröder gabs doch auch Zweifel?) Ach ja …

Wahlkampf der ‑i-Wörter

In Sachsen, Thüringen und im Saarland wird am Sonntag ein neu­er Landtag gewählt.

Hier kön­nen ab sofort alle wäh­len, und zwar das schreck­lichs­te abge­kürz­te Wort auf ‑i.

Wann rol­len sich euch die Zehennägel auf (dan­ke fürs Stichwort, Petra), wann fragt ihr euch, ob das jetzt wirk­lich sein muss, bei wel­chem Wort seht ihr rot?

Mir fiel die Entscheidung schwer, es gibt ja etli­che viel­ver­spre­chen­de Kandidaten. Letztendlich mach­te ein Wort das Rennen, das mir heu­te beim Zeitungslesen ins Auge sprang: Touris.

Und, was habt ihr so zu bieten?

Gucki mal!

Vor vie­len, vie­len Jahren, als ich noch zur Schule ging, kam die­se Mode auf, dass Daniela, Thomas, Susann, Andrea, Bianca, Claudia und wie sie alle hie­ßen für­der­hin abge­kürzt und auf ‑i zu enden hat­ten. Dani, Thommi, Susi, Andi, Bietschie, Claudi, so rede­ten wir uns dann an, und das war ja auch sehr ver­traut und ökonomisch.

Daran muss­te ich den­ken, als ich am Wochenende im Zoo auf die­ses Wort stieß: Gucki. Och nee … Gucki! Das erin­nert mich auch an „Ellis“ (Eltern), und die­ses Wort fin­de ich ein­fach nur furcht­bar, das kommt mir nicht über die Lippen. Gucki also, für Guckloch. Man guckt durch und sieht ein Bild oder einen Gegenstand. Der Herr Duden kennt das Wort: Gucki, ugs. für Gerät zum Betrachten von Dias. Sagt mir nichts, sag ich nicht. Sind Guckis nur für Kinder? Ist das ein kind­ge­rech­tes Wort? Gibt es die­se Namens-i-Sitte heu­te über­haupt noch oder las­sen sich die Kinder jetzt was COOLERES ein­fal­len? Ich könn­te ja wet­ten, dass Ältere ande­re Assoziationen haben, wenn sie Gucki lesen – Gucci … ;)