Mein Apfelsaft bevormundet mich

Mit dem Lesen höre ich auch nicht auf, wenn ich esse. Eine schlech­te Angewohnheit, ich weiß. Es ist ja nicht so, dass ich mich mit Buch an den Esstisch set­ze, aber die Etiketten, die Etiketten: Auf dem Joghurtbecher steht, woher die Kühe kom­men, auf der Käsepackung, wel­che Reifegrade man abpas­sen (und ver­pas­sen) kann, auf den Müslipackungen, war­um der Inhalt sooo gut und wert­voll ist.

Als ich neu­lich Apfelsaft trank und die Aufschrift las, fiel mir nicht nur ein Fehler auf (Vitamin-C-Bedarf), son­dern auch der leicht mis­sio­na­ri­sche Ton. Ganz schön anspruchs­voll! Dürfen auch Bewegungsmuffel und Fast-Food-Esser den Saft trinken?

Die männliche Hebamme

Seit 1987 dür­fen in Deutschland und in Österreich auch Männer Frauen vor, bei und nach dem Kinderkriegen betreu­en. In Österreich hei­ßen die männ­li­chen Hebammen – Hebamme. (Ist das dann „der Hebamme“?) In Deutschland wur­de dafür eine ande­re Bezeichnung eingeführt:

„Nach Angaben der Bundesregierung arbei­ten der­zeit 19.000 Hebammen in Deutschland. Die Zahl der Hebammen und Entbindungspfleger habe 1997 noch bei 15.000 gele­gen. 1.849 Schüler befän­den sich in der Ausbildung zur Hebamme bezie­hungs­wei­se zum Entbindungspfleger.“ (Quelle: Link)

In den Duden hat es der Entbindungspfleger auch geschafft. Allerdings steht da außer­dem: Entbindungspflegerin. Aber hal­lo? Abgesehen davon, dass die­se Bezeichnung (ob männ­lich oder weib­lich) nun wirk­lich nicht gera­de ver­tau­ens­er­we­ckend und schön ist – „Entbindungspflergerin“ ist doch ein­fach mal ein über­flüs­si­ges Wort, oder?

Fünf Fragen an einen Webdesigner

(Andreas Gäbler)

1. Bist Du Webdesigner oder passt eine ande­re Bezeichnung besser?
Mediengestalter trifft es am bes­ten. Denn neben digi­ta­len Medien gestal­te ich auch Drucksachen, wie z. B. Imagebroschüren und Geschäftsausstattung. (Aber Grafikdesigner klingt natür­lich auch nicht schlecht.)

2. Wie bist Du zu Deinem Beruf gekommen?
Ich bin im Jahr 2000 zu einem Orakel nach Indien gefah­ren. Kein Witz! In einer Palmblattbibliothek sag­te man mir, dass alles, was ich jetzt begin­ne, erfolg­reich sein wird. Und auf mei­ner Liste stand mein jet­zi­ger Beruf ganz oben.

3. Wie fin­den Dich Deine Kunden und woher kom­men sie?
95% mei­ner Klienten wer­de ich emp­foh­len. Also ist Mundpropaganda und Networking sehr wich­tig. Mit Werbeaktionen auf Messen und in den Medien hat­te ich nur mäßi­gen Erfolg. Und Frage zurück: Wie hast Du mich damals gefunden?

Zu mei­nen Kunden zäh­len klei­ne und mit­tel­stän­di­ge Unternehmen aus den Branchen IT, Luftfahrt, Immobilien, Gesundheit und Tourismus (durch die Lage an der Sächsischen Schweiz) und die loka­len Kommunen.

4. Was ist für Dich der per­fek­te Kunde?
Einer, der Wertschätzung für mei­ne Leistung hat. Diese macht sich im all­ge­mei­nen Umgang bemerk­bar, an der Kommunikation von Wünschen und nicht zuletzt am Budget. Dieser Kunde ver­steht auch die Win-Win-Situation, d. h. dass er durch mei­ne Arbeit gewinnt und erfolg­rei­cher wer­den kann.

5. Wie viel Zeit bzw. Arbeit steckt in Deiner eige­nen Website?
Die Idee kam mir im Schlafe. An einem Samstag mor­gen habe ich dann gescrib­belt und Entwürfe erstellt. Sonntag abend war dann alles fertig!

*Oh, eine Frage an mich. Ähem. Nun – es war der Zufall! Nicht Werbung, nicht Empfehlung, son­dern der Zufall brach­te mich eines Tages, als ich mich durchs Netz und die Webdesigneradressen der halb­wegs nähe­ren Umgebung wühl­te, auf eine Seite, auf der ein Mensch, des­sen Namen ich ver­ges­sen habe, eini­ge Webarbeiter emp­fahl, unter denen auch derGrafiker war …