Kruzitürken

Mal sehen, ob ich es in den Kopf krie­ge, wenn ich es auf­schrei­be: Das Buch heißt „Sternenkraut“, die Autorin ist Susanne Mittag. Das Buch heißt nicht „Mittagskraut“. Alles klar?!

(Immer, wenn ich das Buch auf der Verlagsseite suche, kommt: „Leider nichts gefun­den.“ Kein Wunder! Rezension folgt …)

Piepeschnurzel und kaulquappenleicht: Ein ABC-Buch mit Nulli & Priesemut

Den Hasen Nulli und den Frosch Priesemut hat Matthias Sodtke schon vor zwan­zig Jahren erfun­den. Er schreibt Geschichten über die zwei Freunde und illus­triert die Bücher auch, bis­her sind sieb­zehn Bände erschie­nen. Nulli und Priesemut haben außer­dem ihre Auftritte in der „Sendung mit der Maus“ und eine eige­ne Website.

Trotzdem bin ich erst jetzt auf sie gesto­ßen, und zwar auf das Nulli & Priesemut-ABC-Buch. In dem Bilderbuch wird jeder Buchstabe des Alphabets auf einer Doppelseite vor­ge­stellt. Auf der lin­ken Seite steht jeweils der Buchstabe groß und klein, dar­un­ter ein kur­zer gereim­ter Text; auf der rech­ten Seite befin­det sich das pas­sen­de Bild oder eine Bildergeschichte.

In den Texten ist der Buchstabe, um den es geht, rot her­vor­ge­ho­ben. Sehr ange­nehm fin­de ich, dass nicht auf Teufel komm raus so vie­le Wörter wie mög­lich mit dem jewei­li­gen Buchstaben zusam­men­ge­wor­fen wur­den, son­dern dass die Texte ganz natür­lich schei­nen und sinn­voll sind. Dadurch sieht man dann auch, dass man­che Buchstaben eher sel­ten und ande­re sehr häu­fig vor­kom­men – bei den Seiten zu „a“, „e“, „s“ und „t“ zum Beispiel gibt es ziem­lich viel Rot.

Vermutlich hat Matthias Sodtke sich zu jedem Buchstaben ein Wort oder eine Sache aus­ge­sucht und dazu dann Text und Illustrationen geschaf­fen. Das war bei „q“ wie „Quatsch“ wahr­schein­lich schwie­ri­ger als bei „g“ wie „Geburtstag“…

Weder die Illustrationen noch die Texte sind bemüht kind­lich, Hase und Frosch sind eher Karikaturen als weich­ge­zeich­ne­te Schmusetiere. Sehr erfri­schend! Dass Nulli ein Hase ist, erkennt man doch gleich, aber dass Priesemut ein Frosch sein soll … Wenn Priesemut Bauchweh hat (bei „k“ wie „krank“), sieht er zum Fressen aus, die­ser Blick! Umwerfend, wie Sodtke mit weni­gen Strichen einen mit­leid­erre­gen­den Bauchwehfrosch dar­stellt. Sehr spe­zi­ell ist auch die Vogelscheuche (natür­lich bei „v“) – sie wirkt, als hät­te bei ihrer Entstehung Ritter Rost sei­ne Hände im Spiel gehabt.

Noch ein paar Worte zu den Texten:

  •  Es gibt über­ra­schen­de Wendungen. So wol­len Nulli und Priesemut in den Urlaub fah­ren, haben aber so viel Gepäck, dass sie beschlie­ßen, zu Hause zu blei­ben (bei „u“).
  • Bunte Wörterwahl: „rat­zeln“ und „pie­pe­schnurz­el“ bei „m“ wie „Möhre“, „kaul­quap­pen­leicht“ bei „r“ wie „Rad“.
  • Einfallsreich: Matthias Sodtke hat es geschafft, sich etwas Nettes zu „x“ und „y“ aus­zu­den­ken. Was, ver­ra­te ich jetzt nicht. Nö.
  • Sie sind nah am Kinderalltag dran: Wenn Nulli durch die Natur hop­pelt, muss er nie­sen – er hat eine Pollenallergie („h“ wie „hat­schi“). Priesemut merkt, dass das Radfahren doch nicht so ein­fach ist, nach dem Aufsteigen haut es ihn gleich um usw.

Also, das Buch ist ein­fach aller­liebst. Es ist klein und hand­lich und kos­tet spar­sa­me 8,95 Euro. Ein tol­les Geschenk für Vorschulkinder und Erstleser – zum Vorlesen, Selberlesen und auch ein­fach nur zum Anschauen.

Matthias Sodtke
Nulli & Priesemut: Das ABC
72 Seiten
Erschienen: 28.07.2011
Lappan
ISBN: 978–3‑8303–1180‑5
8,95 Euro

Ein alter Hut, na und

Immer wie­der schön sind die Restaurantkomposita mit „Senioren“. An der Ostsee in einem mir nament­lich bekann­ten Etablissement wer­den Fischsenioren an die Urlauber ver­füt­tert, ach, welch grau­si­ges Ende. Aber wenigs­tens hat­ten die alten Fische ein lan­ges und hof­fent­lich erfüll­tes Leben. Sieben Euro fuff­zig kos­tet der Fischseniorenteller, nein, ich hab ihn nicht probiert.

Ein Klassiker ist ja schon fast das Seniorenschnitzel, machen die Gaststätten das mit Absicht? Ich hab nicht so genau hin­ge­schaut, ob Senioren das Haus mei­den, hät­te ich tun sol­len, ja. Man könn­te auch ein Schnitzel nicht aus Senioren, son­dern aus altem Schweinefleisch ver­mu­ten, ein betag­tes Schnitzel qua­si. Bestimmt zäh. Hoffentlich den­noch gut ver­träg­lich für sen­si­ble Mägen.

Ach, lus­tig ist das Leben der Fleischesser! In die­sem Sinne: Guten Appetit bei der nächs­ten Mahlzeit.