Gucki mal!

Vor vie­len, vie­len Jahren, als ich noch zur Schule ging, kam die­se Mode auf, dass Daniela, Thomas, Susann, Andrea, Bianca, Claudia und wie sie alle hie­ßen für­der­hin abge­kürzt und auf ‑i zu enden hat­ten. Dani, Thommi, Susi, Andi, Bietschie, Claudi, so rede­ten wir uns dann an, und das war ja auch sehr ver­traut und ökonomisch.

Daran muss­te ich den­ken, als ich am Wochenende im Zoo auf die­ses Wort stieß: Gucki. Och nee … Gucki! Das erin­nert mich auch an „Ellis“ (Eltern), und die­ses Wort fin­de ich ein­fach nur furcht­bar, das kommt mir nicht über die Lippen. Gucki also, für Guckloch. Man guckt durch und sieht ein Bild oder einen Gegenstand. Der Herr Duden kennt das Wort: Gucki, ugs. für Gerät zum Betrachten von Dias. Sagt mir nichts, sag ich nicht. Sind Guckis nur für Kinder? Ist das ein kind­ge­rech­tes Wort? Gibt es die­se Namens-i-Sitte heu­te über­haupt noch oder las­sen sich die Kinder jetzt was COOLERES ein­fal­len? Ich könn­te ja wet­ten, dass Ältere ande­re Assoziationen haben, wenn sie Gucki lesen – Gucci … ;)

Fünf Fragen an einen Bauarbeiter

1. Weißt Du noch, was Du als Kind wer­den woll­test, also wel­che Wunschberufe Du hattest?
Rundfunk- u. Fernsehmechaniker.

2. Warum bist Du Bauarbeiter geworden?
Nach der Wende war es der kri­sen­si­che­re Beruf.

3. Was magst Du an Deiner Arbeit?
Frische Luft, abwechs­lungs­rei­che Arbeit.

4. Was gefällt Dir an Deiner Arbeit nicht?
Regen, nör­geln­de Vorgesetzte.

5. Welches Ansehen hat der Beruf „Bauarbeiter“?
Hohes Ansehen, da Schwerstarbeit.

Mein Apfelsaft bevormundet mich

Mit dem Lesen höre ich auch nicht auf, wenn ich esse. Eine schlech­te Angewohnheit, ich weiß. Es ist ja nicht so, dass ich mich mit Buch an den Esstisch set­ze, aber die Etiketten, die Etiketten: Auf dem Joghurtbecher steht, woher die Kühe kom­men, auf der Käsepackung, wel­che Reifegrade man abpas­sen (und ver­pas­sen) kann, auf den Müslipackungen, war­um der Inhalt sooo gut und wert­voll ist.

Als ich neu­lich Apfelsaft trank und die Aufschrift las, fiel mir nicht nur ein Fehler auf (Vitamin-C-Bedarf), son­dern auch der leicht mis­sio­na­ri­sche Ton. Ganz schön anspruchs­voll! Dürfen auch Bewegungsmuffel und Fast-Food-Esser den Saft trinken?