Detektivbüro LasseMaja: „Das Tiergeheimnis“

Liebe auf den ers­ten Blick war das nicht mit LasseMaja, ich fand die Illustrationen eher häss­lich (Kinder sehen das durch­aus anders). Schaut euch die Menschen an, sind die schön? Das nicht, aber irgend­wie typisch sind sie, eben nicht so gän­gig und nied­lich, dafür mit Wiedererkennungswert – auch gut.

Autor der LasseMaja-Bücher ist Martin Widmark, der Schwede ist und als Lehrer arbei­tet, die Illustrationen sind von Helena Willis, eben­falls aus Schweden. Die Bücher sind ab cir­ca sie­ben Jahren, natür­lich kön­nen sie vor­ge­le­sen wer­den, aber die Schrift ist extra groß und die Seiten sind kom­pakt sowie mit Bildern, sodass Leseanfänger gut damit klar­kom­men. Und die Detektiv-Geschichten sind span­nend! Sie über­for­dern nicht, sind aber kniff­lig genug, dass sie die Kinder ordent­lich beschäf­ti­gen und rät­seln las­sen. Im Titel aller LasseMaja-Bücher kommt „Geheimnis“ vor: „Das Fußballgeheimnis“, „Das Zeitungsgeheimnis“, das „Bibliotheksgeheimnis“ usw.

„Das Tiergeheimnis“ ist das vier­te Buch der LasseMaja-Reihe, die im Übrigen immer in Valleby spielt, einer klei­nen schwe­di­schen Stadt, „in der fast jeder jeden kennt“. Am Anfang jedes Buches gibt es eine Karte von Valleby, außer­dem wer­den die Hauptpersonen mit Namen und Bild vor­ge­stellt. Neben Lasse und Maja tau­chen auch ande­re Personen aus ihrer klei­nen Stadt immer wie­der auf, eine gute Konstante für jun­ge Leser. In die­sem Band tre­ten u. a. Postbote Franco Bello, der Polizeiinspektor (der mit Lasse und Maja gern zusam­men­ar­bei­tet) und der Schlüsseldienstmann Taleb van Dango auf.

Lasse und Maja beglei­ten ihre Freundin Miranda zum Zooladen von Valleby, wo sie Vitamine für ihren Affen Sylvester kau­fen will. Doch der Laden ist geschlos­sen! Sie kom­men den­noch rein, und schon ste­cken die drei mit­ten in einem neu­en Fall. Die Tiere im Zooladen sind von Tag zu Tag mat­ter und müder, der Inhaber des Ladens, Waldemar, ist ver­zwei­felt und weiß kei­nen Rat. Stimmt etwas mit dem Futter nicht? Oder ver­gif­tet jemand lang­sam die Tiere?

Übersetzt aus dem Schwedischen von Maike Dörries

LasseMaja

Einfach super: „Superwurm“ von Axel Scheffler und Julia Donaldson

Der „Grüffelo“ war nicht so mein Fall, aber die­ses neue, 2012 erschie­ne­ne Bilderbuch von Axel Scheffler und Julia Donaldson find ich ein­fach herr­lich. Beziehungsweise: super!

Superwurm ist nicht von Krypton und er trägt auch kei­nen bun­ten, haut­engen Anzug. Er sieht aus wie ein stink­nor­ma­ler Regenwurm, ein sehr sym­pa­thi­scher, wohl­ge­merkt, und das ist er auch, er ret­tet das Krötenkind, denkt sich Spiele für gelang­weil­te Bienen aus und holt den Käfer aus dem Brunnen.

Der „tolls­te Wurm der Welt“ schafft alles, freu­en sich sei­ne Freunde, und die­se Kunde dringt bis zur bösen Echse, die gleich gie­ri­ge Pläne schmie­det und ihrem Rabendiener befiehlt, Superwurm zu ent­füh­ren. Gegen Echse, Rabe und Zauberblume hat der Superwurm kei­ne Chance. Er braucht Hilfe! Und die bekommt er auch …

Das Buch ist schön groß­for­ma­tig, gro­ße Bilder zum Entdecken und Bestaunen. Wenig Text (maxi­mal acht Zeilen pro Seite), und zwar gereimt, die Reime sind ein­gän­gig, har­mo­nisch, die Worte für Kinder ab vier Jahren und Eltern pas­send gewählt. Übersetzt hat Salah Naoura und er hat sei­ne Arbeit sehr gut gemacht, wür­de ich sagen, den eng­li­schen Originaltext ken­ne ich aller­dings nicht.

Da die Schrift groß ist, die Texte kurz sind und die Geschichte lus­tig und span­nend ist, ist sie auch was für älte­re Kinder, für Leseanfänger zum Beispiel. Die haben dann schnell ein Erfolgserlebnis, wenn sie Seite um Seite reim­vor­le­sen­der­wei­se umschlagen.

Unterm Strich: ein­fach ein schö­nes Buch, das Kindern und Eltern Spaß macht. Man kriegt gute Laune beim Vorlesen und Selberlesen!

Superwurm

Malorie Blackman: „Himmel und Hölle“

Wurde Zeit, dass ich auf Malorie Blackman gesto­ßen bin, die bri­ti­sche Autorin hat schon über 50 Bücher ver­öf­fent­licht, ihr größ­ter Erfolg bis­her ist die „Noughts and Crosses“-Reihe. Das sind vier Bücher, auf Deutsch sind bis­her drei erschie­nen: „Himmel und Hölle“, „Asche und Glut“, „Schachmatt“. Diese drei Bücher sind mir letz­tens in der Bibliothek ins Auge gesprun­gen, ich  habe Band 1, „Himmel und Hölle“, in einem Rutsch gele­sen, das war eine recht lan­ge Nacht …

Malorie Blackman: Himmel und Hölle

Den Titel „Himmel und Hölle“ fin­de ich nicht so gut, sei­ne Richtigkeit hat er aber schon, da es auch eine Liebesgeschichte ist, die von Sephy (Persephone) und Callum. Doch wich­ti­ger als das ist, dass Sephy eine Alpha (in der eng­li­schen Version: Cross) und Callum ein Zero (eng­lisch: Nought) ist. Die Alphas sind schwarz und regie­ren, die Zeros sind weiß und Menschen zwei­ter Klasse, ehe­ma­li­ge Sklaven, die ent­we­der ihr Schicksal hin­neh­men oder in der „Befreiungsfront“ mili­tant gegen die Alphas vor­ge­hen. Von bei­den Seiten kommt Hass und zwi­schen­drin Sephy und Callum, die von Kindheit an Freunde sind und sich als Teenager verlieben …

Der Ansatz ist fas­zi­nie­rend: Malorie Blackman dreht die Geschichte um, nicht die Schwarzen sind die Unterdrückten, son­dern die Weißen, die Handlung spielt in einer „ande­ren Jetztzeit“ oder in einer nahen Zukunft. So schafft die Autorin Abstand und lässt einen neu­en Blick auf das alte Thema zu. Indem sie es mit einer Liebesgeschichte ver­bin­det und abwech­selnd Sephy und Callum erzäh­len lässt, spricht sie so ziem­lich alle Jugendlichen ab etwa 14 Jahren an, Mädchen wie Jungen.

Es ist ein Jugendbuch, also wird es dem erwach­se­nen Leser manch­mal eine Spur zu pathe­tisch, emo­tio­nal, sim­pel zuge­hen, aber: Die Geschichte packt, fes­selt und macht nach­denk­lich, per­fekt für die Zielgruppe.