Sonntags in die Bücherei?

In Hessen bera­ten Politiker über eine Öffnung der Bibliotheken auch an Sonntagen. Kein Müssen, son­dern ein Können, wenn sie wol­len. So ganz aus der Luft gegrif­fen, wie sich das anhört, ist es schein­bar nicht, da sich der Bibliotheksverband Hessen dafür aus­ge­spro­chen hat. Aber die Begründung?

„Ziel des Entwurfs ist auch, hohe kirch­li­che Feiertage bes­ser vor Verkaufsveranstaltungen wie ‚Mitternachtsshopping‘ an den Abenden zuvor zu schüt­zen.“ (Quelle: boersenblatt.net)

Kann mir jemand den Zusammenhang erklä­ren, so es einen geben soll­te? Wie schützt man den Sonntag, indem man die Bibliothek öffnet?

Ich wür­de sagen: Lasst die Bibliotheken am Sonntag zu. Wer will denn das? Sechs Tage die Woche kann man sich Bücher aus­lei­hen, am sieb­ten Tag soll man sie lesen. Die Bibliothekarinnen wer­den nör­geln. Die Leser nicht kom­men. Oder sehe ich das zu schwarz? Ich hab jüngst erfah­ren, dass es Bibliotheken gibt, die kei­ne Jahresgebühr ver­lan­gen, son­dern eine Gebühr pro aus­ge­lie­he­nem Buch. Ich fin­de, DAS gehört ver­bo­ten. Ich kann mir kaum eine bes­se­re Lesebremse vorstellen!

Immer da wo du bist bin ich nie

Am 18. September kommt die neue CD von Element of Crime her­aus, sie trägt den schö­nen Titel „Immer da wo du bist bin ich nie“. Das ist doch mal ein Titel für Kommajünger und Auseinandernehmerinnen. Auf die Kommas, die nicht da sind, gehe ich mal nicht ein, das ist ja egal, sol­len die das machen, wie sie wol­len, viel­leicht hät­ten die Kommas ins­ge­samt betrach­tet zu viel Extrakosten beim Druck ver­ur­sacht, viel­leicht ist das der Beitrag von EOC zum Umweltschutz, der ist ja bei allen Wirtschaftsunternehmen sehr groß die­ser Tage.

Was mich mehr inter­es­siert ist, wie das gehen soll, dass ein Mensch immer da ist, wo der ande­re nicht ist. Das geht natür­lich schon, aber wenn man hier krü­mel­ka­cke­risch wird, müss­te man sagen, dass unter die­sen Bedingungen die­se Menschen sich ja eigent­lich nicht ken­nen kön­nen bzw. sich zumin­dest noch nie in per­so­na getrof­fen haben. Das klingt fast nach den Königskindern, die ein­an­der nicht krie­gen, die Version des Internetzeitalters sozusagen.

Oder aber es ist die mit leicht nöli­ger Stimme vor­ge­tra­ge­ne Klage eines Mannes (aber ja doch!), des­sen Freundin gar zu aktiv ist, und der des­halb mit Verallgemeinerungen und Absolutheiten nicht gera­de zurück­hal­tend umgeht. Hm, das passt viel­leicht nicht so ganz, es wür­de bes­ser pas­sen, wenn der Titel lau­te­te „Immer da wo ich bin bist du nie“ … Aber bevor ich hier all­zu aus­schwei­fend wer­de, bre­che ich das mal ab und höre mir mor­gen das Lied ein­fach an.

Kinderfreundlich

marmelade

Das Thema Etikettenaufschriften hat­te ich ja schon. Aber auf die­sen Text muss ich jetzt mal ein­ge­hen, wirk­lich. Er befin­det sich auf einem Marmeladenglas. Die Marmeladenfirma hat für jede Sorte einen ande­ren kur­zen Text in pet­to, das ist manch­mal durch­aus inter­es­sant. Aber bei der Sauerkirsche sind dem Texter wohl die Ideen ausgegangen …

Wieso sol­len Kirschen beson­ders kin­der­freund­lich* sein? Zumal Sauerkirschen? Als Kind habe ich eher die süße Variante bevor­zugt, und damit dürf­te ich nicht allein sein. Bei Kleinkindern muss man noch dazu auf­pas­sen, dass sie die Kerne nicht ver­schlu­cken, wenn die in Massen im Bauch lan­den, hat das bestimmt komi­sche Nebeneffekte. Ich wür­de auch gern wis­sen, wie der Texter auf die Römerkinder gekom­men ist, und war­um er sich das ‚alte‘ bei den Römern gespart hat. Römer und Römerkinder gibt es ja heu­te noch, aber ob die Sauerkirschen mögen, kei­ne Ahnung …

*Eine kin­der­freund­li­che Kirsche? (Hoffentlich habe ich das ’s‘ nir­gend­wo ver­ges­sen.) Nachgeschaut – kinderfreundlich/Kinderfreundlichkeit: Bitte kli­cken.