querbeet gelesen

Es gibt ja Leute, die schrei­ben „quer­beet gele­sen“ mit Bindestrich. Bitte, kein Problem, das könnt Ihr machen, wie es Euch gefällt. Aber was soll das sein?

Für die, dies wis­sen wol­len: quer­beet ist ein Adverb. Gelesen ist ein Partizip (Partizip Perfekt, um genau zu sein). Ich habe gele­sen, und zwar quer­beet. Nix mit Bindestrich. Kein Deppenleerzeichen, son­dern eins, das dort hingehört.

Zum Nachschlagen emp­feh­le ich gern Canoo.net. Das kos­tet nichts, das tut nicht weh, das schützt vor Fehlern. Viel Spaß!

Haarspaltereien und Kuddelmuddel

Dass die­ses Shampoo für Männer ist, sieht man auf den ers­ten Blick, denn es ist für „jedes Haar“. Männer haben eben kein tro­cke­nes, fet­ti­ges, gemisch­tes Haar, son­dern – Haar. Männerhaar. Höchstens Schuppen haben sie, ja, dafür gibts Anti-Schuppen-Shampoo. Aber das zählt jetzt nicht.

Man kanns ja auch so lesen, dass das Shampoo für *jedes* Haar ist. Das Shampoo reicht für alle, kein Haar geht leer aus. Juppidu!

Oder heißt es womög­lich, dass man (Mann) das Shampoo auch als Duschbad neh­men kann? Ähem.

Ist euch auf­ge­fal­len, dass Bier im Shampoo ist? Gut, dass Männer ihr Bier zu gern trin­ken, sonst wür­den sie viel­leicht auf die Idee kom­men, das Geld für Shampoo zu spa­ren und sich das Bier über den Kopf zu gie­ßen … (Gar nicht so absurd. Ist ein Hausmittelchen, wenn ich mich nicht irre: Bier zum Haarewaschen.)

… aha. „Frag Mutti“ kennt Bier nicht als Ersatzshampoo, son­dern als Haarspray-Ersatz: Klick.

Und zum Schluss als Schmankerl, damit Yin und Yang aus­ge­gli­chen sind, Mädels und Jungs glei­cher­ma­ßen bedient wer­den, hier noch was Nettes für Girls: „All Girls 1 Glas Sekt for free“. Ich heul gleich.

Telefondemonstration

Um das nur mal kurz fest­zu­hal­ten: Gestern bin ich zum ers­ten Mal auf die­ses Wort gesto­ßen: Telefondemonstration. Gemeint ist nicht das Anpreisen eines Produkts oder das Erklären der Funktionsweise eines Produkts am Telefon, son­dern eine Meinungs- bezie­hungs­wei­se Protestäußerung, wie sie die Demonstration, die nor­ma­ler­wei­se auf der Straße in der Öffentlichkeit statt­fin­det, darstellt.

Auf der Website des BUND wird zu einer Telefondemonstration auf­ge­ru­fen, es geht um die Atompläne der Regierung: So vie­le Menschen wie mög­lich sol­len bis Freitag die Abgeordneten anru­fen, Fragen stel­len, ihre Meinung sagen. Das Wort ist recht neu, den­ke ich, und ich fin­de es gut. Eine Telefonaktion ist viel zu all­ge­mein, das kann alles sein. Telefondemonstration ist zwar auch nicht ein­deu­tig, aber viel­leicht wird es das mit der Zeit.

Der Haken ist, dass die Anrufer auf den guten Willen des Angerufenen ange­wie­sen sind. Wenn der nicht will, nimmt er das Gespräch nicht an, lässt den AB ran oder legt gleich wie­der auf. Dann bleibt immer­hin noch, dass mit einer sol­chen Aktion das Telefon blo­ckiert wird, was an die Online-Demonstration erin­nert. Hier wird dazu auf­ge­ru­fen, eine bestimm­te Homepage immer wie­der anzu­kli­cken, mit dem Ziel, den Server zu blo­ckie­ren, damit die Seite nicht mehr erreich­bar ist. Ob x‑Anrufe oder ein blo­ckier­tes Telefon einen Abgeordneten umstim­men kön­nen, sei dahin­ge­stellt. Jedenfalls ist es eine Möglichkeit, Abgeordnete deut­lich dar­an zu erin­nern, dass sie die Vertreter des Volkes sind.