Kamille

In Radebeul kann man sich ja tot­lau­fen, die Stadt ist eine lan­ge Straße, auf der immer Betrieb ist, nicht die Sächsische Weinstraße sei die­se lan­ge Straße, son­dern die Sächsische Krachstraße, stand im Juni auf einem klei­nen Banner an der Meißner Straße zu lesen.

Eine lan­ge Straße und ein lan­ges Elend, kein rich­ti­ges Zentrum, man geht am bes­ten direkt nach Altkötzschenbroda, dort gibt es Kneipen und Gaststätten und so was wie Flair, oder man läuft die ver­win­kel­ten Straßen hoch Richtung Weinberge. Im Radebeuler Villenviertel gibt es was fürs Auge, aber man ver­ir­re sich bes­ser nicht mit Kindern dort­hin, denn natür­lich hat jede Villa ihren eige­nen Garten mit mehr oder weni­ger Spielgeräten, sodass kein Bedarf an öffent­li­chen Spielplätzen besteht, die man also ver­geb­lich sucht.

Bleiben wir in Altkötzschenbroda und bie­gen Richtung Elbe ab, ein Weg durch Wiesen und zu einem Platz am Wasser. Am Wegrand ein Meer aus Kamille und Wusch! kommt die Kindheit zurück. Im Garten und am Feld wuchs Kamille, die für die Schlammsuppenkocherei ver­wen­det wer­den konn­te, sie roch so gut.

Yenidze

Wer schon mal in Dresden war, kennt die­ses Gebäude. Wenn man nicht mit Tunnelblick durch die Stadt läuft oder fährt, ist die Yenidze eigent­lich nicht zu über­se­hen. Dieses Haus, das so gar nicht in die Stadt zu pas­sen scheint, war mal eine Tabakfabrik und wur­de 1907 bis 1909 gebaut.

Heute ist es ein Bürogebäude, man tritt ein und ist in einem sach­li­chen Innenleben, Fahrstuhl inklu­si­ve. Doch oben gibt es ein Restaurant und unter der Kuppel ist Märchenzeit. Nächstes Mal fah­re ich ganz hoch, bestimmt.

Kabulski und Pusteblume

Warum ist es hier eigent­lich so ruhig in letz­ter Zeit? Eine ein­fa­che Antwort gibt es dar­auf nicht, eher vie­le Dinge, die mit rein­spie­len. Auf quer­beet gele­sen blog­ge ich seit drei­ein­halb Jahren, mal hat­te ich mehr Lust dazu, mal weni­ger, mal mehr Themen, mal ist mir nichts über den Weg gelau­fen. Zurzeit blog­ge ich lie­ber über mei­ne Stadt als über Wortfunde, und viel Zeit zum Lesen habe ich lei­der auch nicht, und so blei­ben Bücher, die ich rezen­sie­ren möch­te, län­ger lie­gen als mir das lieb ist. Bald kommt aber eine neue Rezension über ein Buch, das Birte Müller illus­triert hat. Es ist ein Buch nicht nur mit Bildern, aber über Birte Müller bzw. ihre Kolumne in a tem­po bin ich erst auf die­ses Buch gekom­men, des­we­gen nen­ne ich nicht die Autorin, son­dern die Illustratorin an ers­ter Stelle. Das hat sie auch ver­dient, denn das Buchcover fängt einen gleich ein, zu sehen sind Kabulski und Zilliohwiewunderbarschön. Wer das ist, könnt ihr goo­geln – oder ihr war­tet, bis ich drü­ber schrei­be. ;) Vielleicht schaf­fe ich das ja am Wochenende.

Mittlerweile ist September, die Knallerbsenzeit hat begon­nen. Es wird frü­her dun­kel – der Herbst liegt noch nicht in der Luft, aber er kün­digt sich an. Das heißt, die Zeit der Pusteblumen ist vor­bei und Wasserblumen blü­hen nicht mehr so schön im Gegenlicht. Dafür gibt es: Pilze, sat­te Farben, Kastanien, Nebel … und Herbst, bald.